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Transkript Was macht ein Mentor im Mentoring-Programm?

Birgit Schröder: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Herzlich willkommen einem neuen Gesprächspartner, den ich gerne bitten würde, sich einmal selber vorzustellen.
Frank Lindecke-Klein: Ja, vielen Dank. Ich heiße Frank Lindecke-Klein, bin wohnhaft im schönen Kiel und ja, studiere im Moment Psychologie im Bachelor und hatte am Anfang meines Studiums eine ganz tolle Mentoringerfahrung, durfte da selber dran teilnehmen, fand das ganz wunderbar und ich hatte eine ganz großartige Mentorin. Und ja, das hat mich sehr geprägt, weil ich mir den Einstieg wesentlich erleichtert hat. Na ja, und in meinem anderen Leben, wie ich es immer so nenne, bin ich Softwarearchitekt. Also mit etwas ganz anderem beschäftigt als mit Psychologie. Und ja, ich freue mich, dass ich heute an einem Freitag hier kurz vor Weihnachten dann hier dran teilnehmen kann.
Birgit Schröder: Ja, und wir freuen uns, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns so ein kleines bisschen Einblicke in die Tätigkeit zu geben. Das, was Sie da so machen. Aber ist ja sehr spannend, dass Sie aus Kiel kommen. Ich habe in Kiel studiert und von daher ist mir Kiel durchaus vertraut und ein Begriff. Ja, sehr schön. Wir wollen so ein bisschen was erfahren über das Mentoringprogramm. Vielleicht mögen Sie mal so in kurzen Stichworten erzählen. Wie sind Sie denn überhaupt dazu gekommen, sich da zu beteiligen? Das war jetzt Ihre Initiative. Sind Sie angesprochen worden?
Frank Lindecke-Klein: Ja, wie ich schon eingangs gesagt hatte, es war eigentlich ein Zufall. Als ich mein Studium begonnen habe, habe ich so in diesen HFH Unterlagen mal gestöbert und bin durch Zufall nur darüber gestoßen, dass es für angehende Studentinnen und Studenten so ein Mentoring-Programm gibt. Und ich habe damals im letzten Jahrtausend, als ich dann auch hier in Kiel studiert habe, habe ich selber auch an so einer Erstsemesterveranstaltung teilgenommen und dann später auch so was gemacht. Und das hat mir damals schon gut geholfen, in das Studium reinzukommen. Da dachte ich mir so, da machst du mal mit. So, und da habe ich dann diese, diese ganz tolle Erfahrung gemacht mit meiner Mentorin. Und dann kam ich auf die Idee „Hey, Wenn man sowas selber sich da bewerben kann. Das möchte ich gerne weitergeben“, weil das ist etwas, was mir Freude macht. Und diese tolle Erfahrung. Ja, wenn ich anderen dabei helfen kann, leichter in ihr eigenes Studium einzusteigen und die eine oder andere Hürde zu erleichtern oder mal einen Ansprechpartner zu haben, der dann wenigstens weiß „okay. Frag da mal nach oder frag da mal nach“. Oder „Hey, wir reden jetzt gleich Mal“ finde ich das ganz gut.
Birgit Schröder: Aber es ist ja einfach auch schön zu hören, dass es eine positive Erfahrung ist, die Sie in Ihrem eigenen Studium gemacht haben, die Sie dann dazu bringen zu sagen „Das möchte ich gerne weitergeben.“
Frank Lindecke-Klein: Ja, auf jeden Fall. Also wahrscheinlich bin ich auch so gestrickt. Also das kann gut sein.
Birgit Schröder: Aber das ist doch super. Und erzählen Sie mal, was machen Sie denn genau in diesem MentoringProgramm?
Frank Lindecke-Klein: Ja. Was mache ich im Endeffekt? Erstmal den Einstieg. Wir sind ja hier an der Fernhochschule. Es läuft sehr, sehr viel digital. Und wo finde ich überhaupt was? Also das Allererste ist, ihr braucht eure Matrikelnummer und hier ist der Campus und dann so, das ist so immer die erste Veranstaltung. Ich mache das jetzt zum zweiten Mal. Die erste Veranstaltung hat beim letzten Mal wirklich gut funktioniert. Erstmal nur einen Überblick geben. Also wo findet man überhaupt diese… Also wir können uns ja so eine Campus E-Mail-Adresse machen, was ich ganz großartig finde. Und wie macht man das? Wo findet man das auf der Campus Webseite selber ist das eine oder andere über Videos erklärt. Das hilft auch, aber ich kenne das von mir selber. Manches findet man dann nicht und das ist dann schon hilfreich. Also angefangen von okay, da sind eure Module in den Modulen, das ist immer in der und der Art aufbereitet. Ich bin. Ich bin immer ganz froh, dass es dann meistens nur Psychologie oder Pflegewissenschaft oder Sozialmanagement heißt, das Sachen gibt, die sind ähnlich aufgebaut. Und ja dann da kann man sich anmelden für Prüfungen bis hin zu, wenn ihr dann mal eine Hausarbeit schreibt, wie kommt ihr dann an Literatur dran? Wo müsst ihr da einsteigen? Wo sind die Hilfen? Schreibberatung immer eine ganz wichtige Sache, die ich dann sage, weil ich da auch einfach nur positive Erfahrungen mit gemacht habe. Dann die, wenn ich eine Frage haben in einem Modul Keine Scheu davor, die Modulverantwortlichen anzuschreiben und ihnen quasi einfach, den Einstieg zu erleichtern, weil ich sie schon mal gesehen haben. Das Tolle ist, über die HFH bekommen wir ja auch immer ein Teams-Zugang. Den nutze ich dann. Da kann ich sogar die Sachen dann für meine Mentees dann aufzeichnen und denen dann für 90 Tage zur Verfügung stellen. Das heißt, diejenigen, die es dann zu dem Termin dann doch keine Zeit hatten oder krank waren oder so, die haben noch mal die Chance, sich das dann wenigstens 90 Tage anzuschauen. Das fand ich auch sehr charmant. Also da kann man gut. Also ich habe in den neuen Anfang der 90er Jahre studiert und da gab es diese ganzen tollen Sachen noch nicht. Und ja, ich freue mich, dass das jetzt hier so möglich ist.
Birgit Schröder: Ja, sehr schön. Und ich verstehe das so, dass die Leute auch mit ganz praktischen Dingen zu Ihnen kommen, so mit ganz praktischen Fragen, ne?
Frank Lindecke-Klein: Ja, ja, ja. Also. Also eines der nächsten Themen, womit ich mich mit meinen Mentees auseinandersetze, ist das Thema Hausarbeit. Also im Endeffekt, wie geht ihr da dran? Da kann ich natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Wie gehe ich da dran? Was empfehle ich, was ich quasi über meine Dozentinnen und Dozenten auch mitbekommen habe an Informationen? Wo müsst ihr drauf achten? Wo findet ihr denn Also in der Psychologie gibt es den berühmten wenn ihr so wie zitiere ich und den das einfach noch mal erklären. Also es gibt glaube die eine oder andere Veranstaltung, die das auch erklärt. ja. Aber im Endeffekt dient das Erklären und das finde ich immer ganz wichtig redet miteinander denn das ist anders als wenn man an einer Präsenz Hochschule oder Uni ist. Da ist man mit den Leuten permanent zusammen. Man ist in den Pausen, man quatscht mit den Leuten, man geht gemeinsam irgendwie vielleicht in die Mensa. Das hat man hier nicht. Also braucht es irgendwie gleich immer einen kleinen Anstoß. Vernetzt euch, redet miteinander, bildet Lerngruppen. Ich habe das so und so gemacht, weil ja, ich habe immer so den Gedanken, sonst verarmt man. Also so eine soziale Verarmung, dass da muss man aktiv in einem Fernstudium dagegen anarbeiten. Das ist so, was ich denen mitgeben möchte.
Birgit Schröder: Also ja, ja, das ist ja auch das, was wir immer sagen. Das ist ganz wichtig, dass man nicht alleine vor so einem Berg ist, sondern im Zweifel im Austausch mit anderen feststellt, dass die ähnliche Probleme vielleicht mal haben oder ähnliche Fragen. Und dass man sich da wechselseitig so ein bisschen ganz praktisch unterstützt, aber auch so ein bisschen mental. Es hilft ja vielleicht auch zu wissen, dass andere eine ähnliche Wahrnehmung haben und sagen Mensch, das Modul ist wirklich schwer oder es ist wirklich irgendwie… Also ich glaube, dass das hilft auch. Und da bin ich völlig bei Ihnen. Und das ist schön, dass Sie denen das so mit auf den Weg geben. Ich glaube ja immer, wenn das Menschen machen, die das selber gerade hinter sich haben sozusagen oder bzw. selber noch im Studium sind, ist das immer sehr viel authentischer als wenn das Mitarbeiter machen, einfach nur weil, also wenn ich das als Studiengangsleitung mache, dann ja, glaubt man mir das im Zweifel eh nicht so unbedingt und das ist auch in Ordnung. Aber ich glaube, wenn das Betroffene selber sagen, dann hat das noch mal einen anderen, einen anderen Wert. Einfach ne. Also insofern ist das super.
Frank Lindecke-Klein: Ja, ja, ja, ja. Also insbesondere dieses Empfinden. Ich bin doch nicht allein mit meinem eigenen Thema. Das ist der erste Weg. Das ist total wichtig. Ich bin da nicht alleine und es gibt jemanden, den ich fragen kann. Also im Endeffekt diese Ich bin selbstwirksam Erfahrung, die dadurch entstehen kann. So und ich sage ganz bewusst kann, weil ich kann alle an späteren Mentees nur dazu sagen es ist eure Veranstaltung, ihr müsst euch dran beteiligen. Ja, also mein Job ist es also so sehe ich es nicht. Also ich kann Ihnen ganz viel erzählen aus meiner Erfahrung, die ich machen durfte. Positive als auch Dinge, die mich herausgefordert haben und wie ich dann damit umgegangen bin. Aber schlussendlich müssen sie das gestalten. Ich kann einen Rahmen geben, aber das Fleisch kommt dann meistens nur, wie ich das so für mich nenne, das Fleisch auf das Gerippe kommt dann meistens nur durch die Teilnehmenden. Und wenn Keine Fragen sind, gut. Ich kann Angebote machen, aber zuschlagen müssen sie selber. Ja, und da kam jetzt zum Beispiel in der letzten Gruppe war was. Okay, ich schreibe meine erste Klausur. Was muss ich denn alles mitnehmen? Nimm deinen Perso mit. Das ist. Ich habe das mal erlebt einen der. Anfangs hatten die Leute das nicht mit und dann wurde es schwierig.
Birgit Schröder: Na ja, aber das sind ja so ganz praktische Themen dann. Oder ganz praktische Tipps, ne?
Frank Lindecke-Klein: Ja, ja, so eine Sache war also vorher hatte ich also sehr gemischt, also auch so ein bisschen verteilt über Deutschland. Und jetzt habe ich eine rein österreichische Gruppe, was auch ganz spannend ist. Der Wikinger da aus dem Norden ist mit den Österreichern dort unten unterwegs. Aber das Schöne ist auch diese Sprachbarriere kriegen wir, kriegen wir hin?
Birgit Schröder: Ja, Wir Norddeutschen kriegen fast alles hin. Also das. Das passt schon sehr gut. Gibt es auch so spezielle Herausforderungen, die Sie, die Sie schon erlebt haben? Oder ist das eigentlich alles immer ganz pflegeleicht?
Frank Lindecke-Klein: Ein entschiedenes Jein. Also man muss natürlich Lust dazu haben, mit Leuten in Kontakt zu treten. Sonst funktioniert das, glaube ich nicht. Das Thema Einladen zu Terminen und Termintreue ist manchmal so ein Thema, das Leute zu etwas zusagen. Und dann sind da vielleicht zehn Leute sagen zu und dann kommen nur drei. Da muss man dann sagen, okay, dann sind es genau die drei, mit denen man was machen kann, die Lust darauf jetzt haben. Das muss man losgehen lassen. So, weil das sind alles erwachsene Menschen, die sind für sich selbst verantwortlich, die haben mehr oder weniger. Ich weiß ja auch nicht, was sie dann gerade da passiert bei denen. Also insofern da darf, das darf man nicht sich zu eigen machen, so Stille aushalten im Treffen. Die Leute am Anfang erstmal abholen, wo sie aus ihrem Alltag reinkommen, bevor sie dann einsteigen in ein Thema, einen guten Abschluss immer konstruieren im Sinne von okay, was nimmst du für dich heute mit? So in der ersten Veranstaltung mache ich immer so eine Wunderfrage rein. Wenn morgen ein Wunder passiert, was würde dann Tolles für dein Studium passieren? So, und das finde ich ganz spannend, weil man dann noch mal die Menschen kennenlernt und die selber sich auch noch mal kennenlernen.
Birgit Schröder: Ja, was für Wunder. Können Sie mir ein Beispiel sagen? Was sind das für Wunder, die dann passieren würden? Alle Klausuren bestehen auf Anhieb mit eins Komma null, oder?
Frank Lindecke-Klein: Nee, also ja, könnte man denken. Aber so? Die Zeit finden neben meinen mein Kind, das ich vor drei Monaten bekommen habe oder gerade schwere Beziehungsthemen, die einen dann doch, oder? Ich habe gerade so viel auf der Arbeit zu tun. Ich finde keine Zeit für mein Studium. Also so ganz praktische Themen. Und manche Themen, die man dann so hört. Daraus ergeben sich wieder sofort Fragen. Also wie zum Beispiel, wie gehe ich mit der Zeit um, wie manage ich Zeit? Was sind so meine Ideen? Oder ganz praktisch, wenn ich denn morgen ein Wunder passieren würde, wüsste ich, wie ich gut lernen kann. Also so ganz allgemeine praktische Themen, die Ja, und das nehme ich dann meistens. Also ein paar Sachen schreibe ich mir auf und bringe das dann in ein Folgeangebot rein, das ich sage okay, ich habe das letzte Mal das und das gehört. Ähm, wollen wir darüber reden? Habt ihr Lust dazu? Soll ich mir dazu was raussuchen, wie ich das mache? Oder meine Erfahrung ist, wie ist eure Erfahrung? Wie geht ihr damit um? Im Endeffekt? Die sind ja schon da. Also ich hatte jetzt welche, die sind schon anderthalb Monate zusammen irgendwie in ihrem Studium gewesen, haben also eigene Erfahrungen gemacht. Und wenn man es schafft, die zusammenzubringen und von ihren eigenen Erfahrungen auszutauschen, dann ist das meiste gewonnen. Dann kann ich noch mal so meine Erfahrung mit ein paar Semestern ja nur obendrauf bringen. Und ja, bisher hatte ich immer nur gute Erfahrungen gemacht oder gutes Feedback bekommen. Sagen wir es so
Birgit Schröder: Haben Sie denn noch Ideen, was man an diesem Mentoring-Programm noch anders gestalten könnte oder verbessern könnte? Oder wovon Studierende noch profitieren könnten?
Frank Lindecke-Klein: Also erstmal eine Empfehlung von, also ganz praktisch, wenn Studierende sich melden, sich nicht melden, versucht es einfach noch mal über eine andere E-Mail-Adresse. Ich hatte da gerade Probleme mit meiner Campus E-Mail-Adresse, dass ist im Spam Verzeichnis gelandet. Ich habe dann das durch Zufall mitbekommen. Habe dann noch mal andere über meine private E-Mail-Adresse noch mal zwei oder drei Mentees dann erreicht. Die hatten das gar nicht mitbekommen. Das ist so ganz einfach. Aber ansonsten Drumherum. Vielleicht das Thema Sichtbarkeit also. Ich halte es für ein wirklich schönes Angebot. Ich weiß nicht mehr, ob ich bei meiner, ich glaube, ich bin auch immatrikuliert worden ganz am Anfang, dass man das da gleich mitschickt. Es gibt dieses Angebot also es ist ja immer das Thema Sichtbarkeit, also wie wird dieses Angebot sichtbar? Also wie können wir, wenn Sie dieses Thema voranbringen wollen, ich glaube, Herr Dr. Reuß ist dort, der das da voranbringt. Wie macht man Marketing dafür? Das wäre so die Frage. Ich bin kein Marketingmensch, aber ich würde mal ausprobieren, ob es möglich ist. Denn die mit dem ersten Anschreiben auch den Hinweis darauf bekommen ja, das es überhaupt so was gibt. Ich habe das nur durch Zufall gefunden und war ganz happy, dass das noch möglich war.
Birgit Schröder: Das nehme ich gern noch mal mit. Ja, das ist auch ein wichtiger Punkt. Es hilft ja alles nichts, wenn man Angebote macht, die dann zu wenige erreichen, weil es eben vielleicht an der an der Werbung dafür fehlt. Also eigentlich wird das in den Erstsemesterbegrüßungen regelmäßig auch erwähnt. Mündlich und schriftlich. Aber ich nehme den Hinweis gerne noch mal mit. Und ich hatte mit Herrn Dr. Reuß auch einen Podcast aufgenommen zum Mentoringprogramm. Nehme jetzt ja auch mit Ihnen einen auf, weil ich denke, das ist wichtig, dass wir es auch auf der Ebene noch mal ein bisschen breiter vielleicht streuen, aber Ihren Gedanken nehme ich auf jeden Fall noch mal mit. Und guck mal, wie wir das, wie wir das gut umsetzen können.
Frank Lindecke-Klein: Ja, zum Beispiel diese Erstsemesterveranstaltung. Ich weiß nicht warum, die ist irgendwie an mir vorbeigegangen damals. Also ich war bei meiner Studiengangsleitung, das weiß ich noch, war ich in einem, aber das war ja so ein Feedback, wie läuft Ihr Studium? Aber so irgendwie ist das wahrscheinlich bei mir auch daran vorbeigegangen. Also und ich weiß aber, dass ich wirklich Papier analoge Informationen am Anfang meines Studiums in der Hand hatte. Und wenn es da die Chance gibt, da auf dieser Erstsemesterveranstaltung vielleicht darauf aufmerksam zu machen. Ich weiß gar nicht, ob das da auch nicht drin stand. Also insofern, es kann sein, dass das da drin steht und ich damals dann nicht so aufmerksam war in dem Moment. Ja, aber wie gesagt.
Birgit Schröder: Ja, aber wie gesagt, also in der Vergangenheit ist es ja jetzt eh egal, aber für die Zukunft nehme ich einfach den Gedanken sehr gerne mit, dass wir da noch mal ein bisschen stärker auch dafür sorgen, dass es wirklich jeder mitbekommt. Und dann bin ich völlig bei Ihnen. Dann ist es ein Angebot. Wer das nutzen möchte, darf das herzlich gerne tun. Und wer sagt, er möchte das nicht oder er braucht es nicht, Das ist ja genauso fein dann. Genau. Ja, prima. Also dann, dann, glaube ich, haben wir jetzt auch mit diesem Podcast schon ein bisschen Einblick in das Thema gegeben. Ich würde Sie gerne zum Abschluss unseres Gesprächs noch fragen: Haben Sie ein Lebensmotto oder sowas?
Frank Lindecke-Klein: Ja, also im Moment. Also eine Sache, die vor über zehn Jahren entstanden ist „mach es sichtbar“. Also raus aus dem Kopf und nicht mit Menschen drüber reden. Insbesondere wenn man analog ist und gerade an einem schwierigen Thema ist, dann malt euch Bilder, schreibt es auf. Macht es sichtbar. Das hilft ganz viel, weil man dann Erwartungen überprüfen kann usw. und so fort. Und das andere ist, das ist mir jetzt am Wochenende noch mal begegnet. Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, aber Pippi Langstrumpf haben wir ja alle irgendwie mal kennengelernt und die soll angeblich, also als Kunstfigur, gesagt haben Oh, das kann ich nicht. Tschuldigung. Tschuldigung. Das ist falsch. Oh, das habe ich noch nicht gemacht. Dann werde ich es wohl können. Und das habe ich noch nicht gemacht. Also werde ich es wohl können. Das finde ich unheimlich spannend, weil es ein Perspektivwechsel macht. Und Perspektivwechsel mag ich total. Das Thema wird genau das Gleiche bleiben, aber ich kann eine andere Position einnehmen und anders damit umgehen. Ja, und das fand ich. Also das war so ein Highlight meines letzten Wochenendes, dieser Satz, weil der ganz viel verändert und ja, ja, perfekt vielleicht als Motto nehmen.
Birgit Schröder: Ja, ein schöner Gedanke. Ja, das werde ich, werde ich auch mal mitnehmen in mein Wochenende und mal so ein bisschen drüber nachdenken, finde ich in der Tat sehr, sehr interessant. Sehr schön. Gibt es noch irgendwas, was sie ihren, oder was Sie Studierenden sag ich jetzt mal ganz allgemein so mitgeben möchten auf den Weg, wenn es vielleicht gerade mal nicht so gut läuft. Oder wenn man vielleicht auch mal in so einer Situation ist, dass man sich fragt, warum mache ich das eigentlich? Oder auch vielleicht, wenn man mal ein bisschen enttäuscht ist, weil eine Prüfung nicht so gelaufen ist, wie man dachte. Oder manchmal, wenn man vielleicht diesen riesigen Berg vor sich sieht und denkt, wie soll ich das alles schaffen?
Frank Lindecke-Klein: Ja. Das Erste, was ich mag Filme. Momo, Beppo, Straßenfeger. Kennen wir vielleicht auch. Es gibt so einen wunderschönen Dialog zwischen den beiden, wie Beppo mit Momo zusammen ist. Und er sagt eine Sache. Es gibt eine ganz lange Straße, die wir laufen. Studium ist kein Sport, ist Marathon. So. Und er sagt „Ich mache einen Besenstrich und dann einen Schritt und den nächsten Besenstrich. Und wieder ein Schritt. Und ich konzentriere mich nur auf den nächsten Schritt und auf einmal ist die Straße fertig.“ Und natürlich können wir aufschauen und uns ausrichten Da möchte ich hin. Aber wenn man dann damit hadert Oh verdammt, ich habe jetzt noch irgendwie dreißig Seiten von dem Studienbrief vor mir. Das ist harter Tobak. Und wenn du heute nur eine halbe Seite schaffst zu lesen, dann hast du es geschafft, eine halbe Seite zu lesen. Und dann feiere auch diese kleinen Erfolge. Jeder Schritt ist ein Schritt weiter und da möchte ich jeden nur zu einladen, sich immer wieder daran zu erinnern, im Zweifel am Anfang seines Studiums das einmal aufzuschreiben. Deswegen tue ich das. Und diesen Zettel sich irgendwo hinzuhängen und so, deswegen mache ich das ja. Also das sind so diese kleinen Sachen und im Endeffekt tun wir das für uns. Das ist also, merke ich gerade für mich bei mir, Ich studiere, weil ich Lust darauf habe. Das ist anders als in meinem letzten Studium gewesen. Da brauchte ich eine Berufsausbildung. Jetzt studiere ich das, weil ich es einfach wissen will. Das ändert aber auch viel, weil ich habe natürlich einen Beruf im Hintergrund, der mich ernährt. Ja, habt Spaß dran, habt Lust auf das Wissen. Bringt die eure Ideen da mit hinein, weil es kann nichts Besseres geben als Mensch mit einem wachen Kopf. Tolle Ideen, die diese Welt einfach zu einer besseren und guten Welt machen. Das ist das so Profit machen.
Birgit Schröder: Das ist doch ein wunderbares Schlusswort. Das würde ich jetzt gerne genau so stehen lassen, weil das ist wirklich, glaube ich, ein ganz schöner, ein ganz schöner Gesprächsabschluss an der Stelle. Dann danke ich Ihnen ganz, ganz herzlich, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wir nehmen diesen Podcast jetzt am Freitag vor Weihnachten sozusagen auf. Insofern darf ich Ihnen an der Stelle auf jeden Fall auch hoffentlich ein paar schöne Feiertage wünschen und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Das ich da möglichst viele so ganz persönliche Wünsche in 2026 erfüllen, das wünschen wir natürlich auch allen die, die uns da jetzt zugehört haben. Und ja, ich glaube, dass Sie ganz vielen mit Ihren Erläuterungen auch vielleicht gerade am Ende ganz viel Inspiration mitgegeben haben. Und auf jeden Fall haben Sie dazu beigetragen, glaube ich, dass mehr Leute sich noch zu Mentoring-Programm anmelden. Da bin ich mir ganz sicher. Und das war ja auch Sinn und Zweck des Ganzen. Insofern haben Sie ganz, ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und uns ein paar Einblicke gegeben haben.
Frank Lindecke-Klein: Ja, danke schön, Frau Schröder, dass ich hier sein konnte. Es war mir eine Freude und auch irgendwo dann ein Fest.

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