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Orientierungswissen

Master oder MBA?

Aktualisiert am 08.04.2026
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Veröffentlichung: 10.05.2022
Prof. Dr. iur. Birgit Schröder / Vertr.-Prof. Dr. rer. pol. Christian Boris Brunner
Geschäftsfrau und Geschäftsmann gehen über lichtdurchfluteten Flur und unterhalten sich

Das Wichtigste in Kürze:

  • Master und MBA sind rechtlich gleichwertige Hochschulabschlüsse auf Masterniveau, unterscheiden sich jedoch deutlich in Ausrichtung, Inhalten und Zielgruppen.
  • Ein klassischer, meist konsekutiver Master vertieft vor allem fachliches Wissen und qualifiziert eher für spezialisierte Expert*innenrollen, während ein MBA praxisnah, generalistisch und stark auf Management- und Führungsaufgaben ausgerichtet ist.
  • Welche Wahl sinnvoller ist, hängt vor allem von den eigenen Berufs- und Karrierezielen ab – also davon, ob eher fachliche Spezialisierung oder der Aufstieg in verantwortungsvolle Managementpositionen angestrebt wird.


Klassischer Master und MBA im Vergleich

Dieser Text erklärt die grundsätzlichen Unterschiede zwischen einem klassischen bzw. konsekutiven Master und einem Master of Business Administration (MBA).

Wer ein Studium plant, stellt sich in der Regel nicht nur die Frage, welches Fach das richtige ist, sondern häufig auch, welchen Abschluss man konkret anstreben sollte.

Für Studienanfänger steht dabei zunächst der Bachelor im Fokus. Der jeweilige Zusatz, also z. B. „of Arts“, „of Science“, „of Engineering“ oder „of Laws“, kennzeichnet den fachlichen Bereich, in dem der Abschluss vergeben wird.

Im Master gibt es diese fachlichen Konkretisierungen ebenfalls. Darüber hinaus gibt es im Bereich der Masterabschlüsse aber auch einen Kandidaten, der einige Besonderheiten mit sich bringt: der Master of Business Administration.


Master und MBA sind gleichwertige Hochschulabschlüsse

Vorab eine wichtige Gemeinsamkeit: Bei beiden handelt es sich um Master­abschlüsse, die rechtlich mit Blick auf das Qualifikationsniveau gleichwertig sind.

Das heißt: Um einen Master oder einen MBA zu starten, benötigt man in aller Regel einen ersten Hochschulabschluss. Das dürfte in den meisten Fällen ein Bachelorabschluss sein, aber auch mit einem älteren Diplom-Abschluss kann man ein weiterführendes Masterstudium bzw. einen MBA starten.

Sowohl ein MBA als auch ein Master qualifizieren – allgemein gesprochen – für höhere und verantwortungsvollere Positionen im Beruf, die vermittelten Fähigkeiten unterscheiden sich jedoch.

Als gleichwertige Hochschulabschlüsse auf Masterniveau eröffnen aber beide auch im akademischen Bereich neue Möglichkeiten und können bspw. grundsätzlich den Zugang zur Promotion ermöglichen (die konkrete Zulassung richtet sich nach Promotionsordnung, Fachnähe und weiteren hochschulspezifischen Kriterien).


Master und MBA unterscheiden sich in vielen Aspekten

Neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Master und MBA aber auch erhebliche Unterschiede – beispielsweise bei den Inhalten, bei Ausrichtung und Praxisnähe.

Deshalb stellt sich, auch wenn die generelle Entscheidung für einen Master bereits getroffen ist, die wichtige Anschlussfrage nach der Art des Abschlusses: Soll ein spezifischer Master folgen oder eher ein generalistisch ausgerichteter MBA?


Master

Der Master ist seit dem Bologna-Prozess der zweite akademische Bildungsgrad. Ist der Master konsekutiv, was „aufeinanderfolgend“ bedeutet, schließt der Master inhaltlich und oft auch zeitlich direkt an den vorangegangenen Bachelor an.

Während der Bachelor die inhaltlichen und methodischen Grundlagen im jeweiligen Studienfach vermittelt, vertiefen Studierende in einem konsekutiven Master ihr Wissen im spezifischen Themenbereich oder Fach.

In konsekutiven Masterstudiengängen geht es im Kern also um eine intensivere Auseinandersetzung mit den jeweiligen inhaltlichen Themen. Absolvent*innen eines Masterstudiengangs werden damit zu fachlichen Spezialist*innen ihres jeweiligen Themenfeldes.

Die Vertiefungsrichtung wiederum lässt sich, wie beim Bachelor, am Bezeichnungszusatz des Abschlusses erkennen. Es gibt Studiengänge, die zum Beispiel mit einem Master of Arts (M.A.) oder einem Master of Science (M.Sc.) abschließen. Im technischen bzw. ingenieurwissenschaftlichen Bereich ist z. B. der Master of Engineering (M.Eng.) geläufig, im Bereich der Rechtswissenschaften wiederum der Master of Laws (LL.M.).

Durch das fachliche und oft auch zeitliche „Aufeinanderfolgen“ sind die Studierenden in konsekutiven Masterstudiengängen in der Regel deutlich jünger als Studierende eines MBA-Studiengangs. Da sie das bestehende Fachwissen aus dem Bachelor weiter vertiefen, sind konsekutive Masterstudiengänge zudem häufig eher forschungsorientiert angelegt. Dabei ist aber zu beachten, dass die Profilierung je nach Hochschule und Studiengang variiert. Konsekutive Master können sowohl forschungs- als auch anwendungsorientiert ausgestaltet sein.

Ein Vorteil des Masterstudiums ist die Möglichkeit, sich in interdisziplinären Programmen weiterzubilden, die verschiedene Fachrichtungen kombinieren. Dies kann besonders nützlich sein, um sich in neuen und wachsenden Feldern wie Data Science oder Nachhaltigkeitsmanagement zu positionieren.


MBA

Die Abkürzung „MBA“ steht für Master of Business Administration. MBA-Programme sind in Deutschland typischerweise weiterbildende Masterstudiengänge und weisen im Vergleich zum (konsekutiven) Master häufig eine höhere Praxisrelevanz auf. MBA-Absolvent*innen lassen sich eher als Generalisten bezeichnen, die verantwortungsvolle Positionen meist im Bereich des Managements finden.

International gilt ein MBA bei Arbeitnehmer*innen mit mehreren Jahren Berufser­fahrung oft als Karriere-Sprungbrett. Besonders empfiehlt sich ein MBA z. B. für erfahrene Ingenieure, Naturwissenschaftler oder Mediziner, die mit dem MBA-Abschluss in eine verantwortungsvolle Management-Position aufsteigen möchten.

Insofern ist der MBA klassischerweise auch eine generalistisch ausgelegte, berufliche Weiterbildung in den Bereichen Wirtschaft und Management. Auch wenn es mittlerweile unterschiedliche Spezialisierungsmöglichkeiten gibt, bleibt es dennoch bei einer Ausbildung mit dem Schwerpunkt Management.

Im Gegensatz zu einem speziellen Master-Studiengang steht bei einem MBA also weniger die Erweiterung des spezifischen Fachwissens im Fokus. Stattdessen werden im MBA-Studium praxisorientierte Zusatzqualifikationen vermittelt, wobei primär Management- & Leadership-Qualifikationen im Zentrum der akademischen Ausbildung stehen. Viele aktuelle MBA-Programme integrieren zudem Themen wie Digitalisierung, Innovation und datenbasierte Entscheidungsfindung. Oft sind sie außerdem international ausgerichtet, etwa durch englischsprachige Module, internationale Fallstudien oder diverse Studierendengruppen - der Grad dieser Internationalität kann jedoch je nach Hochschule und Studiengang stark variieren.

Klassische MBA-Studiengänge setzen meist eine mehrjährige Berufserfahrung voraus, rechtlich ist bei weiterbildenden Masterstudiengängen mindestens ein Jahr qualifizierte Berufspraxis vorgesehen.

Fazit

Beim Master und MBA handelt sich um gleichwertige aber dennoch unterschiedliche Abschlüsse – welcher zu wem am besten passt, muss ganz persönlich entschieden werden.

Ein Master ist sinnvoll, wenn

  • eine fachliche Vertiefung im bisherigen Gebiet gewünscht ist,
  • eine Expertinnen- oder Spezialistinnenrolle angestrebt wird, oder
  • Forschung, wissenschaftliche Laufbahn oder fachnahe Promotion relevant sind.

Ein MBA ist sinnvoll, wenn

  • eine Führungs-, Leitungs- oder Managementverantwortung angestrebt wird,
  • ein nichtwirtschaftliches Erststudium vorliegt und Managementwissen aufgebaut werden soll, oder
  • Berufserfahrung bereits vorhanden ist und ein Karrierewechsel oder -aufstieg geplant ist.

Je nach Karriereplanung und persönlichen Präferenzen sollte man also angesichts der vielfältigen Angebote die Entscheidung genau abwägen. Was sind die eigenen akademischen bzw. beruflichen Ziele? Auch sollte man überlegen, ob man international arbeiten und sich generalistisch aufstellen möchte oder eher einen Expert*innenstatus in einer bestimmten Branche oder Funktion anstrebt.

Mit Blick auf diese wichtigen Aspekte zeigt sich, dass nicht nur die inhaltliche Ausrichtung des Studiengangs ausschlaggebend sein kann. Auch der Abschluss selbst und die vermittelte Praxisnähe entscheiden mit, ob man die eigenen Ziele letztlich erreicht.

Zum MBA-Studium der HFHMasterstudiengänge der HFH

Autor*in

Birgit Schröder, HFH-Studiengangsleitung Management im Gesundheitswesen, lachend vor dem Kanal an der HFH
Prof. Dr. iur. Birgit Schröder
Studiengangsleitung Management im Gesundheitswesen (M.A.)
Portrait Prof. Dr. Christian Brunner
Vertr.-Prof. Dr. rer. pol. Christian Boris Brunner
Vertretungsprofessor mit Studiengangsleitung Brand Strategy (in Vorbereitung)