Fernstudium-Erfahrungen an der HFH

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„Der Erste meiner Art“: HFH-Absolvent schreibt Prüfungen in der Deutschen Botschaft in Stockholm

Ein stolzer Kulturattaché, eine Abschlussprüfung unter höchsten Sicherheitsbedingungen und ein Fränkischer Bocksbeutel zum Abschied: Michael Weisheit hat die Sachen gepackt und sein HFH-Fernstudium in Schweden erfolgreich zum Abschluss gebracht.

HFH-Absolvent Michael Weisheit mit Schwedischer Flagge

Ein HFH-Fernstudium ist deutlich näher, als viele vielleicht auf den ersten Blick annehmen. Dafür sorgen die persönliche Betreuung, der immer geöffnete WebCampus und vor allem die regelmäßigen Präsenzen in den 50 HFH-Studienzentren, wo die Studierenden stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen finden. All das bringt Nähe und nicht zuletzt auch eine gewisse familiäre Atmosphäre ins Fernstudium. Allerdings kann die HFH auch genau das ziemlich gut, was der Name suggeriert: Ein Studium in der Ferne ermöglichen, notfalls auch ganz weit weg – eben genau da, wo das Leben, die Liebe oder der Job einen Menschen mit Bildungsbedarf hin verschlägt.

Michael Weisheit in Schweden

Für Bosch Rexroth nach Stockholm

Michael Weisheit zum Beispiel hat es 2014 in den hohen Norden gezogen, genauer gesagt nach Schweden. Der 35-Jährige steckte gerade im 7. Semester seines Bachelorstudiums Wirtschaftsingenieurswesen, als sein Arbeitgeber Bosch Rexroth ihn in die Landesgesellschaft nach Stockholm entsandte. Ganz zufällig kam das freilich nicht, denn Weisheit und seine Ehefrau hegten den Wunsch nach einem längeren Auslandsaufenthalt bereits seit längerem und hielten dementsprechend die Augen offen. „Als sich dann die Stelle in Schweden ergeben hat und die Entsendung genehmigt wurde, waren meine Frau und ich uns schnell einig“, sagt er rückblickend.

Vorbereitungen auf den Auslandsaufenthalt

Ab da hatten die beiden neun Monate Zeit, um alle Vorbereitungen zu treffen: Schwedisch lernen, ein neues Zuhause finden, den Umzug planen – und nicht zuletzt natürlich klären, wie es mit dem begonnen Bachelorstudium an der HFH weitergehen sollte. „Erst einmal habe ich mir vorgenommen, noch vor dem Umzug alle verpflichtenden Präsenzveranstaltungen, also Komplexe Übungen und Labore, sowie möglichst viele prüfungsrelevante Veranstaltungen zu besuchen“, sagt Weisheit. Das klappte gut: Bis auf vier Prüfungen, die vor der Anmeldung zur Bachelorarbeit noch bestanden werden wollten, war eigentlich alles erledigt. Blieb die Frage, wie die noch ausstehenden Prüfungen auch ohne ein HFH-Studienzentrum in direkter Umgebung bewältigt werden sollten.

Michael Weisheit in Schweden vor Eishöhle

Unkomplizierte Prüfungsabnahme im Ausland

Die HFH bietet auch für solche Fälle unkomplizierte und flexible Lösungen an: Nicht nur versendet die Hochschule gegen eine Pauschale die Studienbriefe auch an Studierende im Ausland, auch die Abnahme von Prüfungen ist dort problemlos und sogar kostenlos möglich. Dazu arbeitet die HFH mit Botschaften, Konsulaten und Goethe-Instituten zusammen oder ermöglicht Prüfungen in deutschen Schulen und Hochschulen vor Ort. „Das Ganze war im Endeffekt sogar noch einfacher, als ich anfangs dachte“, sagt Weisheit. „Ich musste mich zwar um einen Prüfungsort kümmern, die weiteren Abstimmungen übernahm aber die HFH-Zentrale in Hamburg.“ Nachdem seine Frau den Kontakt zum Kulturattaché der Deutschen Botschaft in Stockholm recherchiert hatte, war Weisheit überrascht von der offenen Reaktion. „Der Kulturattaché sagte nicht nur sofort zu und regelte von sich aus alles Weitere mit Hamburg – er fühlte sich sogar geehrt, da ich mit meiner Anfrage offensichtlich der ‚Erste meiner Art‘ in Stockholm war.“

„Die sicherste Prüfung, die man sich vorstellen kann“

Als es dann ernst wurde und die erste Prüfung anstand, wurde Michael Weisheit schnell klar: Der Stoff sollte wirklich sitzen, denn der Kulturattaché hatte offensichtlich nicht vor, seine Aufsicht zu lax anzugehen. Im Gegenteil: „Das war wohl die sicherste Prüfung, die man sich nur vorstellen kann“, erinnert sich Weisheit. „Schon um überhaupt in die Botschaft zu gelangen wurde ich wie am Flughafen durch einen Scanner geschickt und musste bis auf Schreibsachen und die erlaubten Hilfsmittel alles in ein Schließfach räumen.“ Der Kulturattaché ließ es sich nicht nehmen, eine Prüfung sogar höchstpersönlich zu beaufsichtigen – und Weisheit war überrascht, dass die Botschaft trotzdem keinerlei Gebühr für ihre Dienste verlangte. „Zur letzten Prüfung brachte ich dem Attaché einen ‚Fränkischen Bocksbeutel‘ mit, worüber er sich sehr freute“, erzählt er. Ob das nun an der Qualität des Tröpfchens aus Franken oder an den hohen Weinpreisen in Schweden lag, ist ungeklärt – jedenfalls ging auch die letzte Prüfung in der Botschaft gut, womit der Weg für das Schreiben der Bachelorarbeit frei war.

Online-Literaturbeschaffung für die Bachelorarbeit

Auch diese schrieb Weisheit in seinem neuen Zuhause in Stockholm. Die Aufgabe seiner Bachelorarbeit bestand darin, für seinen Arbeitgeber eine Software zur Dimensionierung von elektrischen Antriebskomponenten auf neue Produkte zu erweitern – eine Herausforderung, die unter anderem mathematische Beschreibungen von Verfahren und Produkten beinhaltete. „Meine größte Sorge war aber anfangs vor allem, wie ich in Stockholm an deutschsprachige Quellen kommen sollte“, berichtet Weisheit rückblickend.
Telefonate, Besprechungen per Skype und Online-Recherchen an der Uni-Bibliothek in Würzburg ließen – der Digitalisierung sei Dank – die Entfernung zwischen Schweden und Deutschland zusammenschrumpfen; im Notfall half ein Freund aus und stellte benötigte Literatur per Dropbox zur Verfügung. „Das hat alles gut geklappt“, resümiert Weisheit, „und die Bachelorarbeit scheint wohl auch recht gut gelungen zu sein.“ Kann man so sagen – angesichts einer Abschlussnote von 1,1 lässt sich sogar präzisieren: sehr gut gelungen!

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