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Transkript Alumnus Adam Aschaber

Prof. Dr. Birgit Schröder
Herzlich willkommen. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge und herzlich willkommen auch einem neuen Gesprächspartner, den ich gleich bitte, sich selber einmal vorzustellen.

Adam Aschaber
Hallo, ich bin der Adam Aschaber, komme aus Tirol, in Österreich und habe von 2021 bis 2025 den Bachelor in Psychologie gemacht an der Hamburger Fernhochschule.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Wunderbar. Damit qualifizieren Sie sich natürlich super für diesen Alumni-Podcast. Sehr schön. Immer wenn ich an, immer wenn ich Tirol hör, muss ich an Skifahren denken, und stelle jedes Mal fest, dass ich das viel zu selten mache, weil es von Hamburg einfach immer viel zu aufwendig ist. Genau. Und Sie haben den Bachelor Psychologie studiert. Und wenn Sie so auf Ihr Studium zurückblicken, ist Ihnen irgendwas besonders in Erinnerung geblieben? Irgendwas besonders Schönes?

Adam Aschaber
Ja, also ich glaub, von meiner Seite aus, was ich besonders schön in Erinnerung habe, war einfach die Möglichkeit, dass ich ohne Matura oder in Deutschland ist es das Abitur, die Möglichkeit gehabt habe dieses Studium anzutreten. Ich war eben bei der Lebenshilfe tätig ganz lange und, oder im Sozialbereich besser gesagt und hab dann da über die Gasthörerschaft studieren dürfen. Und das war für mich eigentlich sehr schön, weil ich komme von der Baustelle ursprünglich und wollte aber immer ins Studium, hatte aber sozusagen die Voraussetzung hier an staatlichen Universitäten nicht. Und deswegen hat es mich dann sehr gefreut, dass es auch eine Möglichkeit gibt, wo ich ohne diese Zugangsbeschränkungen studieren kann.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, und ich fand das so spannend. Ich bin ja jemanden, die ist so das absolute Vorbild für den langweiligsten Lebenslauf, die man sich vorstellen kann. Aber Sie haben einen total spannenden Lebenslauf. Was haben Sie nämlich vorher für 'ne Ausbildung gemacht?

Adam Aschaber
Ja, ich komm eben, ich bin mit vierzehneinhalb Jahren bin ich auf die Baustelle gegangen, habe Elektriker gelernt, habe das bis zu meinem achtzehnten Lebensjahr gemacht, habe die Gesellenprüfung gemacht und musste dann den Zivildienst antreten. Der ist ja in Österreich verpflichtend und danach bin ich so in die, in den Sozialbereich reingerutscht dadurch und so kam ich dann eben-- Ich wollte immer schon studieren und so kam aber dann eigentlich die Interessensbildung speziell für Psychologie.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und erzählen Sie mal, was machen Sie heute mit Ihrem Bachelor Psychologie?

Adam Aschaber
Ich war dann eben vier Jahre in der Behindertenhilfe tätig und bin dann von da aus gewechselt in die Forensik. Ich arbeite jetzt in einem forensischen Therapiezentrum, bin da jetzt seit dreieinhalb Jahren und ja, genieße die Arbeit sehr. Also ich, ich wirklich, ich finde es, weil ich finde, Psychologie ist schon ein sehr theoretisches Studium und ich finde aber das schon toll, dass man da so in der Praxis ein bisschen den Abgleich hat. Was ist Theorie und was lässt sich praktisch umsetzen in der Berufswelt.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und gibt's auch irgendwas, was Sie heute sozusagen in Ihrem beruflichen Alltag, äh, brauchen, was Sie nicht im Studium gelernt haben oder was Ihnen vielleicht gefehlt hat, so rückblickend?

Adam Aschaber
Was jetzt speziell über das Studium sozusagen vermittelt wurde. Das kann ich jetzt leider schwer beantworten, weil ich habe sehr viele Basics erlernen dürfen, die was jetzt da in diesem Therapiezentrum wichtig, äh, sind, weil wir sind 'ne vierundzwanzig sieben Einrichtung und da gehört die Alltagsführung dazu, da gehören Gerichtstermine und so weiter dazu. Und das Ganze durfte ich vorher schon im Sozialbereich in der Behindertenhilfe recht viel davon lernen und das hat seine Zeit gebraucht. Und das Studium, ich finde nicht, dass mir zwingend was fehlt, aber ich glaube schon, dass es immer so sein wird, dass du dir gewisse Berufsqualifikationen, gewisse Skills nur über die Arbeit, ähm, lernen kannst, die im Studium einfach nicht vermittelt werden können. Aber ich hätte jetzt nichts Spezifisches im Kopf, wo ich sagen würde, das hat mir an der, am Studium gefehlt und fehlt mir jetzt, so, hat mir dann bei der Arbeit gefehlt. Wüsste ich nichts.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, das ist doch super. Und wenn Sie sich so 'n perfekten Arbeitstag wünschen dürften, wie würde der aussehen?

Adam Aschaber
Ein perfekter Arbeitstag. Ich muss sagen, wir sind, wir sind 'n sehr autarkes Therapiezentrum. Also wir bauen zum Beispiel unser eigenes Gemüse an. Wir haben einen alten Holzofen, für den wir selber Holz vorbereiten müssen. Ich glaub, so 'n perfekter Tag ist wirklich mit den Bewohnern und Bewohnerinnen draußen einfach sehr viel arbeiten zu können. Und das ist halt nicht immer möglich. Eben, es gibt sehr viele Termine, die wahrgenommen werden müssen, Arzttermine, Gerichtstermine und so weiter. Aber eben die Tage, wo wir sehr viel draußen sein können mit den Bewohnern und Bewohnerinnen, die machen mir am meisten Spaß, wo man körperlich sehr viel arbeiten kann auch.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und wenn Sie dann mit denen so körperlich arbeiten und wahrscheinlich dann ja lange an der frischen Luft sind und quasi dann auch so 'n Abstand haben, ist es dann auch so, dass Sie das so wahrnehmen, was man immer liest, dass das für Menschen ganz wichtig ist, dass sie sich auch irgendwie körperlich anstrengen müssen. Das, was uns allen irgendwie immer fehlt, so als Schreibtischtäter.

Adam Aschaber
Ja, genau das ist der entscheidende Punkt und da sprechen wir auch teamintern oft darüber. Durch die ganzen Medikationen und so weiter, was die ganzen Bewohner und Bewohnerinnen haben, sind sie ja oft sehr stark sediert sozusagen, fehlt ihnen oft die eigene Körperwahrnehmung. Und körperliche Anstrengung führt unter anderem oftmals dazu bei denen, dass sie sich selbst mehr spüren können. Und es fällt uns schon auch auf, umso aktiver wir sein können, speziell in den Sommermonaten, es scheint sich schon sehr positiv auf das Wohlbefinden der Klienten und Klientinnen auszuwirken. Also das muss man schon sagen. Und das, das ist im Winter auch bemerkbar, dadurch, dass natürlich Schnee liegt, wir sind am Berg oben, fehlt das Ganze. Die ganze Bewegung und das macht, find ich, schon 'n Riesen-- ist schon 'n Rieseneinfluss für das Wohlbefinden.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und gilt das für alle Menschen gleichermaßen oder gilt das im Besonderen jetzt für die spezielle Gruppe, die Sie da so im Blick haben?

Adam Aschaber
Also nee, also ich würde behaupten, Bewegung generell für alle Menschen ist es wichtig. Also das ist für, für mich als Arbeitender wichtig. Ich finde es für jeden Job durchaus wichtig, sich zu bewegen. Also das zählt nicht nur für unser Klientel da oben. Ich glaube einfach nur, vielleicht sind positive Effekte vielleicht deutlicher spürbar eben bei Menschen, die so schon sehr belastet sind, dass sich da besser zeigen. Aber prinzipiell, ich bin der Auffassung, ich bin selber sehr sportlich, dass Sport, wenn jeder Mensch Sport machen würde, würde es ihnen allen ein Ticken besser gehen. Ja.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, das, das kann gut sein. Also ich, ich glaube auch, man, man merkt es ja auch bei sich selber. Also ich, ich muss abends immer laufen. So wenn andere schlafen, dann laufe ich halt. Also immer sehr, sehr spät. Und wenn das aus irgendwelchen Gründen mal nicht geht, weil es jetzt wirklich glatt ist draußen oder so, dann merke ich wirklich, wie mir das fehlt. Also man, ich glaube, so als Ausgleich, ich sitz den ganzen Tag am Schreibtisch, ganzen Tag vorm Computer. Ich finde das auch, dass man das braucht. Aber auf der anderen Seite liest man ja immer ganz viel, dass gerade bei Kindern und Jugendlichen das so zurückgegangen ist, ne, diese sportlichen Aktivitäten, dass eben viel Zeit mit Handy oder irgendwelchen Computerspielen oder sonst was verbracht wird. Und das ist ja schon jetzt mal unabhängig so von orthopädischen Erkrankungen, glaube ich, auch wirklich keine gute Entwicklung, ne.

Adam Aschaber
Nein, überhaupt nicht. Also würde ich vollkommen zustimmen. Ich habe auch lustigerweise meine Bachelorarbeit über ein ähnliches Thema geschrieben, eben über Bildschirmaktivitäten und der Zusammenhang vom psychischen Wohlbefinden.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Okay.

Adam Aschaber
Und auch meine künftige Masterarbeit wird diese Thematik vertiefen und behandeln.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Aber dann sagen Sie mal, was hatte das für Effekte, die Bildschirmarbeit auf mein Wohlbefinden?

Adam Aschaber
Also ich kann, das sind jetzt zwei populärwissenschaftliche Bücher prinzipiell, auf die, was ich mich beziehe, aber es gab ja das Buch iGen von Twenge und dann von Jonathan Haidt, erst kürzlich erschienen, The Anxious Generation. Und das sind zwar Korrelationen, die da aufgezeigt werden, aber es, es scheint schon sehr verdächtig zu sein, seit der Digitalisierung, seitdem die ganzen Menschen Handys haben und so, ist einfach bei den Jugendlichen das psychische Wohlbefinden extrem abgesackt ist. Und die beziehen sich da ja auf Daten von, jetzt könnt ich, müsste kurz nachschauen, wie die genaue Monitoring the Future zum Beispiel. Die machen diese Befragungen seit 1975. Ist eine der größten Längsschnittstudien in den USA an Jugendlichen. Und an diesen Daten, wenn du, wenn man korrelative Zusammenhänge jetzt betrachtet, sieht man einfach, dass sich lustigerweise umso digitaler die Welt wurde, umso mehr sackt die psychische Gesundheit, speziell bei Jugendlichen ab. Und das fand ich dann beim Lesen sehr spannend und hab dann meine Bachelorarbeit 'ne ähnliche Richtung geschrieben und jetzt in der Masterarbeit versuche ich eben, das Ganze zu vertiefen und methodisch noch besser umzusetzen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und hat man irgendeine Idee, wie man dagegen steuern kann? Also was man da tun kann, so als Eltern, als Lehrer, als diejenigen, die mit Jugendlichen dann zu tun haben?

Adam Aschaber
Es gibt ja jetzt, es beginnt ja jetzt in Australien, kam jetzt das Social-Media-Verbot für, ähm, unter 16-Jährige. Soweit ich weiß, möchte Österreich nachziehen, aber mit nur bis zu 14 Jahren die Altersbegrenzung. Und was jetzt in den USA speziell sehr hervorkommt, ist, dass gewisse Schulen einfach Handyverbote ausstellen. Und w-was ich da interessant find, da gab's dann auch Gegenbewegungen im Sinne von: „Ich kann ja mein Kind nicht erreichen an der Schule und das wäre doch schlimm." Und da wird dann aber schon so argumentiert: „Also bitte, vor 40 Jahren guck, wurden die Kinder auch nicht erreicht und es hat super funktioniert." Also prinzipiell sind ja die Schulen ein sicherer Ort. Es gibt natürlich Ausnahmen, was passieren und, und, aber Schulen sind 'n sicherer Ort und deswegen, es kommen immer mehr Handyverbote und bis jetzt die Studien, die sie gemacht haben an den Schulen, die Handyverbote ausgestellt haben, es scheint sich da, dass sich auch wieder die akademischen Leistungen verbessern.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ein total spannendes Thema irgendwie, ne. Auf der anderen Seite denke ich halt immer, wir sind ja auch alle so abhängig davon, ne. Es ist ja so abends das Letzte, was man, was man wegpackt und morgens das Erste, was man in die Hand nimmt, aber es ist schon, schon sehr spannend, glaube ich, was das, was das mit uns macht, wenn wir da zu viel vielleicht anzahlmäßig und auch zu unkritisch unterwegs sind, ne.

Adam Aschaber
Ja, da, eben das Problem ist ja auch, dass diese Geräte prinzipiell sehr fesselnd sind. Und ich bin ja, ich hatte jetzt noch gerade so 'ne Kindheit ohne Telefon. Also ich hatte bis, bis zwölf gar kein Handy und dann hatte ich aber noch 'n Tastenhandy für drei Jahre. Also ich glaube, ich bin genau an dieser, diesem Kipppunkt aufgewachsen und ich muss schon sagen, mir sind so ganz banale Sachen aufgefallen, wie früher war für mich vier Stunden lesen überhaupt kein Problem. Da war ich erschöpft, da war mein Kopf voll und dieses Lesen hat mir den Kopf geleert und ich konnte in 'ne Fantasiewelt eintauchen. Und jetzt einmal vor 'nem Jahr dachte ich mir: Warum ist es für mich nicht mehr möglich, einfach zu lesen?

Prof. Dr. Birgit Schröder
Mhm.

Adam Aschaber
Es war ja, es war ja schon mal möglich und warum würde ich das jetzt verlernt haben? Und dann habe ich mich wieder aktiv mit dem Lesen auseinandergesetzt und hab gemerkt: Das funktioniert doch. Aber ich bin eben damit aufgewachsen, dass ich gelernt hab, diese Möglichkeit besteht. Wenn du jetzt von klein auf mit, mit Smartphones sozialisiert wirst, ich weiß nicht, wie sehr du oder wie, wie leicht es ist, dann auf solche Möglichkeiten zurückzugreifen. Und das find ich 'n bisschen beängstigend, ehrlich gesagt.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Na ja, wir sehen das ja auch tatsächlich schon bei Studierenden und das ist jetzt ja schon, sag ich mal, eine Klientel, von der man erwarten muss, dass sie lesen kann und es auch tut. Und selbst da ist ja schon, ohne dass ich das jetzt böse meine, aber alles, was eine DIN A4 Seite überschreitet, macht schon Mühe. So und, und führt eher zu einer gewissen Ablehnung, als dass man jetzt sagt: „Och Mensch, habe ich Lust, mich, mich zu beschäftigen", so, ne. Also das ist, glaube ich, einfach. Lesen ist Übungssache und wenn man das eben selten macht, dann fällt es uns wie alles andere eben sehr schwer und dann muss man sich da so durchkämpfen. Und deswegen sehen wir ja auch, ne, also die, diese ganzen sozialen Netzwerke, die ja letztlich so funktionieren, dass ich da durchscrolle und immer wieder und wieder unendlich viele neue Impulse bekomme und jedes Mal wieder neu entscheide: Interessiert es mich nicht? Oder dann scrolle ich weiter oder bleibe ich dran innerhalb von Millisekunden. Und da sich mal zu fokussieren auf so einen Text, so mit schwarzen Buchstaben auf weißem Hintergrund, das fällt vielen unglaublich schwer tatsächlich, ne. Und Sie haben völlig recht, das ist ja eine Klientel, die ist ja tendenziell auch, das sind ja gar nicht die Leute, die schon als Säugling mit dem Smartphone ruhiggestellt wurden, sondern das sind ja schon Leute, bei denen man das eigentlich noch erwarten müsste. Die Frage ist, wie sieht es in zehn Jahren aus, ne?

Adam Aschaber
Ja, ich hoffe zumindest, es, es kommt eine Gegenbewegung in dem Sinn, dass das, glaube ich oder hoffentlich realisiert wird, dass das tendenziell nicht so vorteilhaft ist für die kognitive Entwicklung. Und man sieht es ja jetzt auch an den PISA-Studien, oder. Da bauen wir ja auch jetzt wieder ab, extrem an Leistung. Und ich muss sagen, jetzt nur noch ganz kurz das KI-Thema vielleicht anzuschneiden. Ich sitze ja in der Uni und ich sehe an den Bildschirmen von Studierenden massenhaft, da, da muss nur eine Frage gestellt werden von der, von der Lehrperson und dann wird die KI gefragt. Da wird sich gar nicht mehr selbst mit dem Thema auseinandergesetzt. Und ich verstehe, warum das passiert, weil es einfacher ist. Es ist nicht so anstrengend nachzudenken, aber andererseits finde ich es sehr problematisch, dass wir Denken auslagern beginnen und das, ja.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, und was ich noch. Also ich kann das auch natürlich menschlich total nachvollziehen, ne. Man fragt und kriegt 'ne Antwort, die vielleicht auch so formuliert ist, wie man sie selber hätte gar nicht formulieren können, weil man vielleicht nur stilistisch anders gemacht hat und findet das auch schön. Bis dahin gehe ich ja noch mit. Was für mich ganz erschreckend ist, dass die viele Menschen das, was sie als Ergebnis bekommen, nicht mehr kritisch infrage stellen, sondern als wahr unterstellen. Und da finde ich, ist es ganz, ganz gefährlich, weil es ist ja in Ordnung, das als Werkzeug zu nutzen, ne. Wenn ich das betrachte wie Google oder so, wo ich, wo ich ja auch Schlagworte eingegeben habe, der hat mir irgendwas ausgespuckt. Aber was eben nicht mehr stattfindet, ist, dass ich mir überlege: Macht das Sinn? Stimmt das? Und ganz schlimm ja auch wenn wir das jetzt so auf Hausarbeiten und, und Abschlussarbeiten beziehen: Gibt's die Quellen überhaupt? Teilweise wird sich nicht mal mehr die Mühe gemacht, irgendwelche Steuerungszeichen rauszuschmeißen, sodass ich dann den kompletten Prompt mit drin habe oder solche Sachen. Also da glaube ich, müssen wir viel kritischer werden und auch viel sensibler dafür, dass nicht alles das, was wir da bekommen, auch so eins zu eins der Wahrheit entspricht. Das ist, finde ich, eine ganz gefährliche Entwicklung.

Adam Aschaber
Ja, es wird leider eben, ich habe das Gefühl auch, es wird vermutet, dass die KI objektiv eigentlich wahre Daten durchaus generiert und ohne es kritisch zu hinterfragen. Ich finde das auch sehr schade, ja. Und auch Hausarbeiten eben, weil Sie es gerade angesprochen haben. Ich muss ehrlich sagen, Hausarbeiten gar nicht mein Ding. Schreiben, ich konnte das überhaupt nicht und ich kann es heute noch nicht. Also wirklich. Also ich bin überhaupt kein begabter Schreiber, aber ich habe damals mich gewehrt, die KI zu verwenden. Und ich habe vielleicht jetzt nicht mein Schreiben super verbessern können, aber es ist wenigstens ein bisschen besser, als hätte ich das alles die KI schreiben lassen. Und diesen Prozess, ich finde, diese Prozesse sind eben schon wichtig für jeden eigentlich, dass er sie macht. Man soll ja auch seine Schwächen und so angehen und bearbeiten. Das passiert halt jetzt speziell mit den KIs leider nicht mehr in dem Maß, glaube ich, wie es sinnvoll wäre für ein Studium.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, und ich meine, die Frage ist natürlich auch immer so aus, aus Hochschulsicht: Wie viel Sinn machen langfristig noch Prüfungsformate, wo man mit KI halt relativ einfach 'ne Lösung bekommen kann, ne? Jetzt mal ganz allgemein formuliert. Ich glaube ja, über kurz oder lang wird, wird es neue Prüfungsformate brauchen, die sich eben nicht so leicht mit KI lösen lassen. Weil ansonsten belohnen wir diejenigen, die KI einsetzen, ohne das zu wollen, weil natürlich die Möglichkeiten, KI rechtssicher zu detektieren, ja gar nicht so einfach sind, ne. Also wenn, wenn ich nachweisen will, wo KI eingesetzt worden ist, das ist ja ein bisschen anders als bei Plagiatssoftware, wo man das ja relativ gut, äh, nachvollziehen kann, ist es ja auch gar nicht so einfach. Und ich glaube auch, am Ende des Tages tun wir Studierenden auch was Gutes, Prüfungsformate zu entwickeln, wo KI keine große Hilfe ist.

Adam Aschaber
Ja, glaube ich auch. Und ich muss auch sagen, das habe ich jetzt erst realisiert. Riesenrespekt an Menschen, die studiert haben, bevor es überhaupt PCs gab, weil allein schon das Mittippen und Word. Ich dachte mir das jetzt in der Uni. Früher war überall alles noch mit Hand geschrieben und, und man musste das mit der Hand zusammenfassen. Also das ist ja jetzt generell schon viel einfacher und jetzt noch einfacher machen durch KIs und so bin ich eben nicht bei Ihnen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Na ja, aber ich glaube, es ist so ein bisschen Fluch und Segen zugleich, ne. Ich glaube, so Leute, die Autofahren gelernt haben in einer Zeit, als es noch keine Servolenkung gab und als Automatikgetriebe keine große Rolle spielte, das war einfach eine andere, ja eine andere Leistung in Anführungsstrichen, ne. Heute mit den modernen Elektroautos. Kein Mensch hat mehr ein Schaltgetriebe. Also es ist halt alles schon ein bisschen bequemer geworden. Und ich glaube, diese Bequemlichkeit auf der einen Seite geht, führt halt zu Verlust auf der anderen Seite, ne.

Adam Aschaber
Leider, ja. Und speziell eben beim Denken, bei, bei dem, was uns Menschen ja auch zum großen Teil ausmacht, dieses Denken, Emotionen verarbeiten, dass das eben dann woanders hin verfrachtet wird oder, ähm, in 'ne KI reingepackt wird. Schade.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, aber ich glaube eben, wir, wir können diese Entwicklung auch nur kritisch begleiten. Verhindern werden wir sie nicht können, grad an den Hochschulen natürlich nicht. Insofern braucht es, wie gesagt, Prüfungsformate, die vielleicht auch so aussehen, dass man sich mit den Ergebnissen, die KI ausspuckt, quasi kritisch auseinandersetzt, dass man auch andersrum vielleicht rangeht, Fehler in Ergebnissen sucht oder so. Ich glaube, verteufeln sollte man's auch nicht. Also wir bemühen uns ja immer in den Studiengängen auch einen, einen differenzierten Umgang natürlich damit. Aber am Ende des Tages muss man sagen, so groß die Chancen sind, so groß sind auch die Risiken, die damit verbunden sind auf allen Ebenen. Muss man, muss man, glaub ich, ganz ehrlich sagen. Und da gucken wir jetzt nur mal auf den Bereich oder auf den kleinen Bereich eines Studiums. Wenn man jetzt noch mal weiter rauszoomt, wenn man jetzt was weiß ich, das im politischen Kontext sieht oder in vielen anderen Bereichen, hat das ja noch mal 'ne ganz andere Dimension.

Adam Aschaber
Ja. Und wenn, wenn ich vielleicht noch kurz fragen darf, Frau Schröder, ich weiß nicht, wie Sie das denn jetzt in Bezug auf Statistik, aber eben ich find, ich finde das so, so krass, weil ich weiß bei der HFH Statistik eins, zwei Taschenrechner, Handschrift war bei mir noch. Ich weiß nicht, vielleicht ist es jetzt anders, aber ich wusste noch, da wurden, ich hatte meine Formeln, ich hatte 'n Taschenrechner und es wurde geschrieben. Und ich war auch Mathematik gar nicht mein Thema, aber eben ich habe mich da reingefuchst und hab dann sogar zweimal 'ne eins geschrieben für beide Dinge. Also ich war sehr stolz darauf. Und dann, ich kenn jetzt 'ne staatliche Universität, die mussten gar nix rechnen. Also die müssen das nur in SPSS oder irgendwo eintragen und verstehen den dahinterliegenden Prozess dann gar nicht. Und das find ich dann, wenn das schon von so gelernt wird, dass man Also man kann dann natürlich das Fehlersuchen lernen, aber prinzipiell finde ich, wär's doch eigentlich wichtig, oder dass man 'ne Grundlage hat, dass man versteht, was, wie der Prozess entsteht und dann hat man doch erst das tiefere Verständnis, warum diese Zahlen so sind, wie sie sind. Und das find ich, ich find das schon, dass das eben jetzt nicht mehr gemacht werden muss oder eben in, auf der staatlichen Universität gar nicht, find ich schon krass.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, find ich auch schade, weil letztendlich versteh ich ja Dinge nur, wenn ich sie auch quasi selber mal anwende, ne. Wenn ich auch selber mal gerechnet habe. Ich mein, klar, irgendwas einzugeben, vielleicht auch ganz nett, aber die eigentlich kognitive Leistung dahinter ist es ja dann irgendwie nicht, ne. Aber Respekt an Sie, wenn Sie zweimal 'ne eins schreiben.

Adam Aschaber
Ja, eben mit etwas, wo ich gar nicht, mir schlecht gegangen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, das ist doch super, weil Statistik kenn ich auch aus meinem Studiengang. So statistische Fragen finden die meisten nicht so spektakulär und nicht so spannend.

Adam Aschaber
Ja, jetzt spannend find ich's auch nicht, aber ich find, man muss sich doch, also speziell auch Psychologie bei den quantitativen Studien, man muss doch wissen, wissen, was die Zahlen bedeuten und wie die entstehen. Sonst kann ich ja Studien später doch gar nicht richtig interpretieren oder würde ich vermuten. Also ich find schon, dass das 'n essenzielles Tool ist, was wir brauchen in unserer Arbeit. Ja.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Also sehe ich genauso. Also ich finde auch grade bei, bei psychologischen Fragestellungen muss man grundlegendes statistisches Verständnis mitbringen damit auch vernünftig arbeiten zu können. Also da bin ich, bin ich völlig bei Ihnen. Aber ich weiß auch von vielen Studierenden, auch in der Psychologie, dass die Statistik jetzt auch nicht so sehr lieben.

Adam Aschaber
Ich vermute auch, die meisten lieben es nicht, ne.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Aber meistens sind es ja die Dinge, die uns weiterbringen, die wir nicht so lieben. Das gilt ja für, für ganz viele Bereiche. Insofern, ähm, ich finde ja immer, zu einem Studium gehört auch, dass einmal was schwerfällt und nicht so leicht von der Hand geht, dass man sich mal irgendwo durchbeißen muss. Ich finde, das gehört auch dazu. Und unabhängig vom Fachgebiet, glaub ich, bringt es uns als Menschen auch nur weiter, wenn wir auch mal an eigene Grenzen stoßen, ne, und wenn mal Sachen nicht nach Plan laufen. Wenn immer alles nur leicht von der Hand geht und nach Plan läuft, kann man sich auch nicht weiterentwickeln. Insofern so schmerzhaft das auch mal sein mag, aber ich glaube, es gehört zu so 'nem Studium stückweit auch dazu.

Adam Aschaber
Ja, finde ich auch. Also so was ist auch für unsere Entwicklung, glaub ich, nur vorteilhaft, eben an seine Grenzen zu stoßen und da in diesem, in diesem außerhalb des Komfortbereichs, wenn man so sagen will, auch mal arbeiten. Find ich auch sehr wichtig.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, und trotzdem kriegen wir dann manchmal auch als Feedback, dass das gar nicht gewünscht ist so, ne. Und dass Menschen ganz enttäuscht sind, wenn's dann nicht immer nur die 1,0 ist.

Adam Aschaber
Aber das muss man ja sagen, da, also das find ich ja schon, das ist in Deutschland jetzt anders wie in Österreich oder weil bei, bei Ihnen ist ja schon sehr wichtig, der, zum Beispiel für ganz viele Fächer sind ja nur so begrenzte Studienplätze verfügbar, wenn ich's richtig weiß. Bei Ihnen entscheidet dann der Numerus Clausus, oder? Und bei uns sind's Aufnahmetests. Also da hat prinzipiell jeder die gleiche Chance zugelassen zu werden für 'n weiterführendes Studium und-- Aber eben Aufnahmetest. Und bei Ihnen ist ja wirklich 1,0er, oder? Ich glaub, Medizin ist 1,0 sogar, oder, Abi?

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, aber ich find es eigentlich total unfair, weil wenn man mal ganz ehrlich ist, ähm, wir wissen doch alle, wenn man zur Schule geht, wie abhängig i-ich vom Lehrer bin, von der Schule bin, von 100.000 Faktoren bin, die ich nur bis zu 'nem bestimmten Grad beeinflussen kann. Und ich finde, wenn dann irgendwie, was weiß ich, dann fehlen mir 0,2 für irgendwas und dann kann ich das nicht machen. Das ist doch schade. Ich glaube, so 'n Eingangstest ist eigentlich 'ne sehr faire Geschichte. Klar kann man auch wieder argumentieren: „Oh, ist ja nur 'ne Momentaufnahme." Mag so sein, aber ich kann ja viel fachspezifischer die Anforderungen da abprüfen. Ich mein, hab ich 'n Abi gemacht mit Kunst und Sport, also nichts gegen Kunst, nichts gegen Sport, aber jemand anders hat vielleicht Mathe, Physik. Das ist ja kaum vergleichbar. Und in Deutschland haben wir ja auch noch das Problem, dass man dadurch, dass wir ja so'n föderales Land sind, ja auch die Anforderungen in den einzelnen Bundesländern häufig sehr unterschiedlich sind. Also die südlichen Bundesländer behaupten ja immer, ihre, ihr Abi wär viel schwieriger als in Norddeutschland. Lassen wir mal dahingestellt, ob das so ist. Aber was ich meine, ist, auch die werden ja alle in einen Topf geworfen und müssen alle dann durch dieses Nadelöhr Numerus clausus. Also fair wär vielleicht, wenn man das irgendwie quotelt, dass man, dass man 'ne bestimmte Quote irgendwie den, den Abischnitt zählt und dann aber trotzdem von jedem noch so'n Aufnahmetest fordert oder so, ne das so'n bisschen zu egalisieren an der Stelle.

Adam Aschaber
Ja, aber das muss ich sagen, das merk ich speziell im Gespräch mit deutschen Studierenden. Also Noten sind da so präsent und ich kann jetzt nur von Österreich sprechen. Also ich wurde, ich bin seit über zwölf Jahren auf dem Arbeitsmarkt, wurde noch nie wegen Noten gefragt. Bei uns zählt: Haben Sie die Ausbildung? Haben Sie sie nicht? Und der Rest ist Bewerbungsgespräch. Und mit deutschen Studierenden, also die, also das ist so präsent in jedem Gespräch, bei jeder Prüfung. Es geht so häufig um die Note. Ich find das, oder ich, ich denk mal, das kommt eben dadurch, dass in Deutschland die Zugangsvoraussetzungen oft so erschwert werden.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, und wie gesagt, also ich persönlich finde auch, dass die Aussagekraft von Noten durchaus begrenzt ist, ums mal ganz vorsichtig zu formulieren. Also Aber so, so ist es tatsächlich und ich glaube auch, wichtiger ist zu gucken, was, was hat jemand gemacht, was bringt der mit, was kann der und auch fachspezifisch zu gucken, ne. Also was nützt mir das, wenn jemand 'n Abi mit 'ner 1,0 hat, mit Fächern, die vielleicht für den, für das gewünschte Studium gar keine Relevanz haben oder nur 'ne untergeordnete. Also da müsste man, glaub ich, viel, viel differenzierter einfach schauen.

Adam Aschaber
Ja, find ich auch. Ja.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Haben Sie so was wie 'n Lebensmotto, das Sie begleitet hat bis jetzt, was Sie teilen mögen?

Adam Aschaber
Ein Lebens-- Ich, ich glaub, mein Lebensmotto, ich muss wirklich sagen, zu mir war das Leben stets fair. Und, und damit mein ich einfach, wenn ich sehr viel gemacht habe, ähm, wurde mir auch sehr viel ermöglicht vom Leben und das galt für, galt es für, äh, mein Studium im Bachelor. Ich konnte in fast 1,5 Jahren alle Prüfungen ablegen, weil ich ein Jahr lang auf der faulen Haut gesessen bin und mich nicht drum gekümmert habe. Aber eben wenn-- Mein Lebensmotto ist, glaub ich, da gibt's diesen englischen Spruch: Ich glaub, hard work beats talent every time when talent doesn't work hard. Ich glaub, das ist, hab ich so'n bisschen verinnerlicht, weil ich, ich würd mich nicht als sehr intellektuell, sehr schlau bezeichnen. Ich mach einfach viel, ich klemm mich dahinter und bis jetzt hab ich immer positives Feedback vom Leben generell bekommen. Wenn ich sehr viel investiert hab, hab ich auch in sämtlichen Bereichen immer sehr viel zurückbekommen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Aber da ist, glaub ich, viel Wahres dran, ne. Was nützt das beste Talent, wenn ich's nicht nutze? Also ich glaube, da ist--

Adam Aschaber
Ja. Ja, und ich, und ich find einfach, und, und das möcht ich vielleicht auch noch sagen, ich find heutzutage, es, es, wir werden leider durch die Medien und so macht es den Anschein, als wäre die Welt an einem Tiefpunkt. Aber wenn man's mal von der anderen Seite betrachtet, wie viel Positives, jetzt rede ich nur mal von Deutschland, Österreich, wir geschaffen haben in dem Bildungsweg, Menschen wie ich, die Arbeiterkinder sind, die überhaupt keinen Hochschulabschluss hatten, können studieren mittlerweile, können sich so was ermöglichen. Also ich find das sehr schön, dass das mittlerweile möglich ist. Und eben, ich muss vielleicht mehr Zeit investieren als jemand, der ins Gymnasium, weitführende Schule gegangen ist, aber wir haben nun mal alle nicht die gleichen Ausgangslagen. Passt auch, das ist das Leben. Aber ich finde wichtig, dass wir vielleicht alle irgendwo die Chance haben, das, was wir möchten, wahrzunehmen. Und ich find, speziell hier jetzt Österreich, Deutschland, wenn wir von Bildung sprechen, haben wir da schon sehr viele Möglichkeiten.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, das glaub ich auch. Vor allen Dingen, wenn man dann halt mal 'n paar Jahrzehnte zurückblickt, ne, dann, dann waren da schon andere Voraussetzungen für den einen oder anderen. Also ich glaub, das ist auch was Positives. Und Sie haben bestimmt recht, wir, wir sind als Menschen ja immer sehr geneigt, uns auf das zu fokussieren, was nicht funktioniert, ne.

Adam Aschaber
Ja, ja, total. Und es ist aber eben, es passiert sehr viel Gutes auch und, und wenn man da 'n bisschen mehr hinguckt, findet man auch, glaub ich, sehr viel Positives, was so das Leben bereithält.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, aber ich glaub, man muss auch die Bereitschaft haben, hinzugucken, ne. Wenn ich, wenn ich vom Typ her so jemand bin, der sich eben sehr stark auf das Negative fokussiert und das, das Positive gar nicht sehen möchte oder so'n bisschen ausblende, dann ist das ja auch 'ne Entscheidung, ne. Wie ich mich ja andersrum auch entscheiden kann, zu sagen kann: Mensch, ich richte mal den Fokus auf das, was positiv ist und blende mal 'n bisschen das Negative aus, ne. Das ist ja vielleicht dann auch meine ganz persönliche Entscheidung, so oder so.

Adam Aschaber
Ja, auch, aber wir Menschen sind ja eben, wie Sie auch schon gesagt haben, tendenziell anfälliger, dass wir Negatives sehr intensiv bearbeiten und eben durch die heutzutage einfach durch den Informationsfluss. Also wir, wir können ja, wir können und werden mit Informationen ja so zugeschüttet. Und wenn da zwischen zehn Negativzeilen eine Positivzeile kommt, das bleibt halt nicht im Gehirn so gut wie der Rest. Man, man könnte das Gefühl haben, eben, es läuft extrem schlecht. Das, glaub ich, würde ich so überhaupt nicht sagen. Probleme haben wir aktuell, aber gab's immer schon. Denken wir 100 Jahre zurück. Also es gab immer schon schwierige Situationen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, und vielleicht gehört auch das einfach dazu, ne. Vielleicht ist das auch das, was das Leben ausmacht und die Welt ausmacht, dass es eben auch Herausforderungen gibt und dass nicht immer alles so ist, wie man sich das vielleicht wünschen würde.

Adam Aschaber
Genau, ja, würde ich 100 % so unterschreiben.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Aber ich würde Sie abschließend gerne noch einen Punkt bitten, mal einzuordnen. Und zwar, Sie haben das jetzt ja erfolgreich geschafft und wir haben ja gehört, dass Sie vielleicht auch jetzt gar nicht so optimale Voraussetzungen mitgebracht haben, ne. Sie haben 'ne Ausbildung gemacht, Sie haben sich da reingekniet und haben's geschafft. Was, was würden Sie Studierenden mitgeben, die vielleicht jetzt so im Studium sind und so 'n bisschen straucheln und einfach mal so 'ne Phase haben, wo sie sagen: Warum tu ich mir das überhaupt an? Warum mach ich das? Das klappt alles nicht so. Das ist so viel, so viel Stoff und ich sehe auch gar nicht so das Licht am Ende des Tunnels. Ich habe das Gefühl, ich, ich werde auch erschlagen irgendwie von den Anforderungen und überleg mir vielleicht sogar, ob ich das Ganze einfach hinschmeiße und einfach sage: Komm, ich, äh, lass es einfach. Was würden Sie denen mitgeben wollen?

Adam Aschaber
Also eben, wie gesagt, ich kann so viel sagen eben bei mir, ich habe das Ganze sozusagen oder das meiste in eineinhalb Jahren gemacht und ich während dieser Zeit, also das war wirklich Arbeit von der Arbeit studiert. Wenn ich nicht studiert hab, war ich wieder arbeiten. Also das war 'n sehr extremer Prozess, überhaupt nicht empfehlenswert, möchte ich jetzt auch mal sagen. Das sollte bitte keiner nachmachen. Ich habe mich da zum Rand der Vernunft gearbeitet, aber was ich sagen kann, ist, ich-- für mich war es klar, ich möchte etwas in diese Richtung machen. Ich weiß nicht, wo mich mein Leben hinbringt. Ich weiß nicht, was es genau wird, aber ich wusste, psychologische Themen interessieren mich. Dieses Themengebiet find ich interessant. Ich rede gerne mit Menschen. Ich bin gerne im Austausch und ich wusste, diese Ausbildung öffnet mir zahlreiche Türen. Und das Ganze hat mich eigentlich so über Wasser gehalten bei den sehr schweren Zeiten. Ich sah auch kein, ähm, Ende vom Tunnel. Ich sah da auch kein Licht. Es war wirklich sehr extrem. Aber wenn man sich zumindest sicher ist, dass das, was man hier versucht, in die Richtung geht, wo man vielleicht einmal hinmöchte oder wo man sich wohlfühlt, das hilft schon sehr. Und das war bei mir der Fall. Ich war mir sicher, ich will was in die Richtung machen und deswegen bin ich drangeblieben. Es war nämlich auch zwei, dreimal kurz davor. Ich habe ja nach dem ersten Jahr, das möchte ich noch sagen, wo ich nichts getan hab, musste ich dann auch ein Jahr Pause einlegen aufgrund von privaten Problemen. Und da habe ich während dieser Zeit auch, ich habe ja eigentlich noch gar keine Prüfung, nichts gemacht. Ich habe mich so oft gefragt, ob ich's nicht lassen soll, aber für mich war einfach immer, wenn ich nachgedacht habe, was soll aus mir werden, war klar, irgendwas mit Menschen, irgendwas im sozialen Bereich. Dafür ist diese Ausbildung super geeignet.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, vielen lieben Dank. Dann bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre Zeit und für das Gespräch und für die Einblicke, die Sie uns gegeben haben. Wir kriegen immer wieder als Feedback, dass das Studierende als sehr wertvoll empfinden, weil es natürlich auch wahnsinnig authentisch ist, wenn diejenigen berichten, die's geschafft haben, ne, die erfolgreich waren, die das durchgezogen haben. Das ist, glaube ich, immer 'ne tolle Motivation und auch für diejenigen, die noch, ähm, davor sind und vielleicht überlegen, kann so ein Studium was sein, ist es, glaube ich, auch ganz schön, das von denen zu hören, die das erledigt haben, ne. Weil wenn ich als Studiengangsleitung sag: „Mensch, mein Studiengang, ne, das schafft man nebenbei und das ist alles machbar." Das ist ja dann doch irgendwie ein theoretisches Konstrukt sozusagen, aber wenn es eben Leute sagen, die das erfolgreich absolviert haben, dann hat das, glaube ich, auch für den einen oder anderen einfach einen ganz anderen Wert. Deswegen ganz, ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben dafür, das so mit uns zu teilen. Das war ein ganz tolles Gespräch.

Adam Aschaber
Vielen Dank dafür. Danke, dass ich mich zu Wort melden durfte. Danke.

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