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Transkript Podcast Entstehung neuer Studiengänge 1

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Herzlich willkommen, herzlich willkommen zu einer neuen Folge und einem neuen Thema. Wir haben uns heute hier versammelt ein bisschen zu erklären, wie entstehen eigentlich neue Studiengänge? Wie ist so der Prozess? Und weil wir zufällig gerade einen neuen Studiengang haben bei uns im Fachbereich, würden wir das gerne an diesem Beispiel auch mal deutlich machen. Wir, das ist einmal meine Person. Mein Name ist Birgit Schröder, ich bin die Dekanin des Fachbereichs Gesundheit und Pflege und mein lieber Kollege, den ich gleich bitte, sich einmal selber vorzustellen.

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Ja, hallo, mein Name ist Benjamin Bohn. Ich bin Studiengangsleitung im Studiengang Berufspädagogik, und zwar im Bachelor und im Master und bin der Professor hier für Berufspädagogik.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Ja, vielen Dank. Und dann starten wir auch gleich einmal damit, warum eigentlich überhaupt ein neuer Studiengang? Grundsätzlich ist es ja so, dass wenn neue Studiengänge entwickelt werden, ist das ein relativ aufwendiger, auch zeitaufwendiger Prozess, der bestimmten, auch qualitativen Anforderungen erfüllen muss. Da geht es darum, dass bestimmte Prozesse einzuhalten sind, Gremien zu beteiligen sind. Da gibt es rechtliche Fragen, die man bedenken muss. Aber es geht natürlich vor allen Dingen auch darum, sich ein Produkt zu überlegen, von dem man davon ausgeht oder es sich zumindest wünscht, dass es am Markt ankommt.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Das heißt, wir überlegen uns so Dinge wie: Welche Zielgruppe wollen wir ansprechen? Welche Inhalte können interessant sein? Wir haben das Thema Berufsrelevanz natürlich im Hinterkopf und, ähm, diese ganzen Fragen, die wir da so, ja, bewegen, die uns bewegen, die wir klären, die wollen wir einmal transparent machen, weil wir denken, dass es vielleicht auch ganz spannend sein kann, da mal mitgenommen zu werden in so einen Prozess, der vielleicht sonst wenig transparent ist.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Vielleicht magst du mal erklären, ähm, wie, wie bist du drauf gekommen, überhaupt einen neuen Studiengang zu konzipieren? Was, was waren so die Ideen dahinter?

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Also prinzipiell muss man sagen, was, wo ich immer die besten Ideen habe und das kann ich jedem empfehlen, ist beim Nudeln kochen mittags. Da kommen mir die Ideen unter anderem eben auch für den neuen Studiengang, weil ich mir eben überlegt hab, was fehlt denn noch aus Perspektive von, ähm, der Berufspädagogik das ganze Portfolio von der HFH zu erweitern. Ähm, und da ging's eben hauptsächlich darum, dass wir, äh, noch nichts Konkretes haben, ähm, was Leitungskräfte, ähm, angeht, jetzt beispielsweise in, ähm, Pflegeschulen, aber auch generell im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen.

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Auch wenn man zum Beispiel drüber nachdenkt, dass wir Weiterbildungen haben. Wir haben auch Weiterbildungen auf Master Niveau, in denen ich mit Klinikleitungen beispielsweise gesprochen hab, die gesagt haben, ja, sie müssen sich jetzt pädagogisch weiterqualifizieren, weil sie eben mit diesen ganzen Anerkennungsverfahren von internationalen Fachkräften eben sehr betraut werden und eben da auch involviert sind und involviert sein wollen. Und so, so hab ich mir gedacht, was fehlt denn da eigentlich?

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Und da fehlen dann im Endeffekt zwei Sachen: Auf der einen Seite die pädagogische Seite, aber auf der anderen Seite natürlich so was zu leiten, eben auch, ähm, diese Managementseite. Und dann waren die Nudeln al dente und ich hab gedacht, wir haben ja zwei Studiengänge, die da eigentlich schon sehr viele Inhalte transportieren. Das ist der Masterstudiengang von dir, der Management im Gesundheitswesen und eben mein Studiengang Berufspädagogik. Und könnten wir da nicht so Synergien schaffen, dass wir das Portfolio von der Hochschule einen Studiengang erweitern können, der die Perspektive einnimmt?

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Das war so die Grundidee und daraus ist alles entstanden.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Ja, genau. Also das ist vielleicht für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer auch ganz spannend. Also wir haben ja tatsächlich zwei Studiengänge, die schon relativ lange laufen, die auch erfolgreich laufen, die auch funktionieren. Und jetzt nimmt man sozusagen unter einer neuen Fragestellung diese Studiengänge noch mal in den Blick und guckt sich, was, was könnte man sozusagen gebrauchen für ein ganz anderes Thema. Und wir haben, glaube ich, noch nicht erwähnt, der Studiengang soll heißen Management und Bildung, ähm, also Bildung und Management.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Zwei Themen, die wir verknüpfen wollen, die glaube ich, auch wahnsinnig aktuell sind. Und unsere Idee ist so ein bisschen, quasi eine Zielgruppe anzusprechen, die bis dato unser Fachbereich noch nicht so sehr abholen konnte mit Angeboten, und wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, mit diesem neuen Produkt, quasi für diese Zielgruppe ein tolles Angebot, geschaffen zu haben, weil Bildung und Management, Management und Bildung ja zwei Themen sind, die durchaus unmittelbar zusammengehören.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Und sie jetzt so zu verknüpfen im, im Sinne von: Wir haben ein Produkt, wo man beide Kompetenzen für sich noch mal auf Master Niveau sozusagen kombiniert, erwirbt, vertieft. Das könnte, glaube ich, ganz spannend sein.

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Und die andere Perspektive, ähm, die, die mir da auch noch im Kopf war, einfach, auch noch mal ein weiteres Angebot für Personen zu schaffen, ähm, die eben 'nen Bachelor haben mit 200 Credit Points, die sich dann vielleicht überlegen, ähm, also man muss dazu sagen, beide unsere Master haben, 120 Credit Points, was bedeutet, die sind relativ lang mit fünf Semestern, und das könnte ja ein Argument sein, auch zu sagen: "Ja, das, das geht mir dann zu lang."

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Und da wollten wir eben dann auch noch mal 'n innovativen Studiengang erschaffen, der eben kürzer ist mit 90 Credit Points und trotzdem diesen Anforderungen entspricht, dass man danach auch immer noch sagen kann, man möchte dann vielleicht 'ne Promotion anstreben. Was es so in diesem Fachbereich und an der Hochschule auch noch nicht gibt.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Genau, wir müssen vielleicht noch einmal erklären, Credit Points, für die, die jetzt nicht so regelmäßig damit zu tun haben. Das ist letztlich nichts anderes als eine Berechnungseinheit. Da geht es darum, dass ein bestimmter Workload dazu führt, dass bestimmte Credit Points vergeben werden dürfen. Nur, damit wir den Begriff sozusagen einmal, einmal erläutert haben. So, jetzt haben wir schon gesagt, wir haben eine neue Zielgruppe, wir haben ein Konzept, wir haben eine Idee. Wie ist es dann weitergegangen oder wie geht's dann grundsätzlich weiter auf dem Weg?

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Der erste Schritt war ja dann erst mal, mit der Dekanin des Fachbereichs zu sprechen, die zufälligerweise ja Studiengangsleitung von dem, Master Management im Gesundheitswesen ist und sie zu überzeugen, dass das ein gutes Konzept ist, das ich mir da ausgedacht hab. Was ich mir – sie nickt – was mir dann gelungen ist. Genau. Zweiter Schritt war dann eben die Absprache mit der Hochschulleitung, wo's eben, ganz konkret, noch mal Inhalte ging, auch noch mal da drum ging, zu gucken:

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Passt das zur HFH? Ähm, wie kommen wir mit 'nem Namen? Also unser Name, Bildung und Management stand ja nicht von Anfang an fest, sondern es war ja auch genauso ein dialogischer Prozess mit der Hochschulleitung, mit unserem Marketing von der HFH, sodass mir jetzt zu diesem, zu diesem Ergebnis gekommen sind. Und natürlich die Frage: haben wir, kriegen wir das Budget freigegeben, diesen Studiengang akkreditieren zu lassen?

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Genau. Und, vielleicht noch mal, also so ein Gespräch mit der Hochschulleitung oder so einen Termin mit der Hochschulleitung kann man sich dann so 'n bisschen vorstellen wie so bei Höhle der Löwen. Das kennen ja viele, ne? Man hat 'ne Idee, man hat auch vielleicht ganz viel Begeisterung für seine Idee. Nun muss es aber jemanden auch noch überzeugen, der natürlich mit einer ganz anderen Perspektive drauf guckt. Wir als Studiengangsleitung gucken, was könnte für Studierende interessant sein? Passt es zur Zielgruppe? Wie, was können wir inhaltlich machen? Haben vielleicht auch didaktische Überlegungen.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Eine Hochschulleitung guckt natürlich auch und muss sie ja auch mit der Perspektive: Passt es zur Hochschule und ist es im Budget? Das heißt, wir wollen ja auch Geld in dem Moment, weil das Ganze auf den Weg zu bringen, kostet viel Geld. Und, insofern, war's dann unsere Aufgabe, tatsächlich die Hochschulleitung, zu überzeugen. Das ist nach meinem Empfinden hier relativ unkompliziert gelungen. Und, dann hast du schon gesagt, dreht es natürlich mehrere Schleifen noch mit unterschiedlichen Abteilungen im Haus, unter anderem eben mit dem Marketing, wo's den Namen geht, wo auch noch mal sehr kritisch verschiedene Vorschläge angeguckt worden sind, verschiedene Szenarien auch überlegt worden sind, bevor man dann final sozusagen die Kombination der Begrifflichkeiten Bildung und Management als gutes, ja, als gute Überschrift, als guten Namen dann auch ausgewählt hat.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Genau. Und, dann ist es eben so, dass wir im Hause natürlich noch so 'n paar Dinge immer abklären müssen. Da sind dann auch unterschiedliche Abteilungen immer involviert, wo es zum Beispiel darum geht, was, was wäre 'n realistischer Starttermin? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Studiengang da starten kann? Und, ähm, dann geht's natürlich auch Ressourcen. Und dann, und darüber werden wir dann in einer anderen Folge berichten, geht es natürlich auch darum, wie ist der formale Prozess, ne?

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Jeder Studiengang, der angeboten wird, muss bestimmte formale Voraussetzungen erfüllen. Da sind, Akkreditierungsagenturen beteiligt, da sind Gremienbeschlüsse erforderlich, aber das würden wir dann, glaube ich, in einer weiteren Folge noch mal erläutern, würden euch da auch gerne noch mal mitnehmen, ein bisschen Einblick geben. Aber, ähm, bis hierhin vielleicht erst mal so: Was waren so die Überlegungen? Wie funktioniert das? Und, ähm, ja, welchen Weg geht man da?

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Habe ich noch irgendwas Wichtiges vergessen?

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Ja, mir ist noch wichtig zu sagen, dass das natürlich nicht nur mir einfällt und dann funktioniert es, sondern dass, äh, natürlich da auch ein Team dahinter steckt. Also auch bei mir im Studiengang 'n Team dahinter steckt, die mir immer wieder auch kritische Fragen gestellt haben. Wie stellst du dir das vor? Funktioniert das wirklich? Und natürlich auch Input gekriegt haben, weil ich da unfassbar, , also langjährige Profis gerade in dem Bereich auch im Team hab, dass wir auch 'n gutes Angebot bauen können, das dann auch der Zielgruppe entspricht.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Genau, und dann können wir auch gerne an der Stelle einmal, ja, die Gelegenheit nutzen, uns bei denen auch natürlich zu bedanken, die das Ganze begleitet haben, auch jetzt weiter natürlich im Prozess beteiligt sind, uns da auf dem Weg unterstützen. Und es ist, vielen Dank für den Hinweis, immer so: Ein Studiengang wird repräsentiert durch eine Studiengangsleitung und hinter dieser Studiengangsleitung stehen ganz viele fleißige Menschen, die engagiert jeden Tag ihr Bestes dafür tun, dass wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass man diesen Studiengang gut studieren kann und natürlich genauso wie die Studiengangsleitung ansprechbar sind bei Fragen, bei Problemen.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Und die sind manchmal ein bisschen weniger sichtbar als wir als Studiengangsleitung, sind aber natürlich unfassbar wertvoll. Und deswegen bedanken wir uns ausdrücklich bei all denen, die diesen Prozess bis hierhin begleitet haben und natürlich auch noch weiter, ähm, daran arbeiten, dass das Ganze sozusagen dann auch an den Start geht.

Prof. Dr. Benjamin Bohn
Absolut. Vielen Dank.

Prof. Dr. Birgit Schroeder
Gut, dann würde ich einfach sagen, sind wir am Ende unserer ersten Folge, unseres ersten Teils angekommen. Wir bedanken uns fürs Zuhören. Wir bedanken uns fürs Interesse und freuen uns, im zweiten Teil dann über die nächsten Schritte berichten zu dürfen.

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