von Anja Segschneider
24.03.2021 | Motivation

Ein Studium ist eine tolle Möglichkeit, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Doch je höher das Lebensalter, desto eher fragen sich viele: Bin ich schon zu alt für ein Studium?

Studium ist nicht gleich Studium

Diese Frage lässt sich kaum pauschal beantworten. Zum einen ist natürlich jeder Lebensweg verschieden, zum anderen ist Studium nicht gleich Studium. Es gibt Präsenzstudium und Fernstudium, Vollzeitstudium und Teilzeitstudium.

Daher ist es zunächst wichtig, sich von Rundumschlägen aus dem Bekanntenkreis wie: „Mit über 30 kann man nicht mehr studieren“ nicht irritieren zu lassen, sondern sich erst einmal genau zu überlegen, was für und gegen ein Studium spricht. Ob es wirklich am Alter hakt, oder vielleicht einfach nur an der Studienform.

 

Gründe, auch noch später im Leben zu studieren

Studierende haben ganz unterschiedliche und gute Gründe, spät ins akademische Leben einzusteigen. Ein Hochschulabschluss eröffnet neue Karrierewege und ist oft sogar die Voraussetzung für einen beruflichen Aufstieg.

Wer sich also im Job weiterentwickeln oder verändern will, für den ist ein Studium eine der besten Möglichkeiten. Dem Arbeitgeber beweist das Motivation, Disziplin und Organisationstalent.

Davon unabhängig erweitert ein Studium den Horizont und zeigt neue Perspektiven auf. Die Welt wird mit einem akademischen Abschluss in der Tasche plötzlich ein ganzes Stückchen größer.

Davon abgesehen, und das ist nun meine persönliche Meinung, ist man absolut niemals zu alt, etwas Neues zu lernen. Es gibt vermutlich nichts Unangenehmeres im Leben, als sich irgendwann zu fragen: „Was wäre gewesen, wenn…“.

Und wenn ich schon immer davon geträumt habe, irgendwann mal zu studieren, dann wäre es mir recht egal, ob ich 30, 40, 50, 60, 70 bin, wenn ich endlich dazu komme. Denn mit 80 kann ich dann immer noch sagen: Ja, diesen Traum habe ich mir erfüllt. Besser, als es niemals sagen zu können, oder?

 

Was gegen ein Studium mitten im Berufsleben spricht

Es sprechen aber auch gute Gründe gegen ein Studium, das sich nicht unmittelbar, oder beinahe unmittelbar, der Schulzeit anschließt. Viele finanzielle Hilfen sind ab dem 27. Lebensjahr nicht mehr verfügbar. Im Präsenzstudium liegt der Altersdurchschnitt meist bei rund 25 Jahren.

Wer später einsteigt, hat da oft Schwierigkeiten, Anschluss zu finden oder fühlt sich fehl am Platz. Wer dagegen ein berufsbegleitendes Studium wählt, muss viel Disziplin mitbringen. Allerdings: Viele dieser negativen Aspekte hängen eher mit einer bestimmten Studienform zusammen als mit dem Studium an sich.

Bevor ihr euch demotivieren lasst, solltet ihr euch daher lieber informieren, ob es nicht eine Studienform gibt, die besser zu euren Bedürfnissen passt.

 

Vielleicht ist es nicht das Alter, sondern die Studienform

Die größte Herausforderung bei einem Studium später im Leben ist wohl, Karriere oder Familie und Studium unter einen Hut zu bringen. Die wenigsten möchten das Leben, das sie sich inzwischen aufgebaut haben, einfach mehrere Jahre pausieren. Daher ist ein Vollzeit-Präsenzstudium tatsächlich eher nicht auf ältere Studierende zugeschnitten.

Ein Teilzeitstudium und/oder ein Studium, das von vornherein berufsbegleitend ausgerichtet ist, bietet dagegen mehr Flexibilität. Dazu zählt natürlich auch das Fernstudium. Wer für ein Studium nicht alles stehen und liegen lassen kann oder will, sollte sich daher konkreter nach Studiengängen speziell für Berufstätige umsehen oder zumindest die Möglichkeiten des Teilzeitstudiums erörtern.

 

Was sagen die Zahlen?

Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) lag das Durchschnittsalter deutscher Studierender in den Jahren 2018/2019 bei rund 23 Jahren. 96,4% der Studierenden im 1. Hochschulsemester waren 29 Jahre oder jünger.

Ganz anders sieht es laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bei Fernstudienangeboten / Fernlehrgängen aus. Hier sind die meisten Teilnehmenden zwischen 35 und 49 Jahre alt (zwischen 19% und 50,6%, je nach Fachrichtung). Auch die Altersgruppe 50-64 macht noch zwischen 4% und 27,7% der Teilnehmenden aus.

 

Bin ich zu alt für ein Studium? Fazit

Die Frage, ob man zu alt für ein Studium ist, sollte sich jeder selbst beantworten und sich nicht durch irgendwelche lapidaren Aussagen Dritter beeinflussen lassen. Ein Studium ist ein großer Schritt, der sich in jedem Alter lohnen kann. Viele Studierende, gerade im Fernstudium, sind älter als 30, und auch im Rentenalter studieren noch zahlreiche Leute. Die persönliche Abwägung ist entscheidend – und die passende Studienform.

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