von Isabella Weder
02.06.2021 | Fernstudium-Tipps

Ein (Fern)studium ist lehrreich, interessant und ein Karrieresprungbrett – aber es kann in manchen Fällen auch anstrengend und belastend werden. Damit ihr damit umzugehen lernt, möchten wir euch in diesem Artikel verschiedene Methoden und Tipps für die Stressreduktion im Studium vorstellen.
 

Stress im Studium ist längst keine Seltenheit mehr. In Deutschland litt laut einer repräsentativen Studie der Techniker Krankenkasse im Jahr 2017 bereits jede_r vierte Studierende unter starkem Stress und Erschöpfung. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation noch verschlimmert:

Befragungen der Universität Innsbruck und der Hochschule München zeigen, dass die Überforderung mit dem Studium sowie die Belastung durch die persönliche finanzielle Situation im Jahr 2020 weiter gewachsen sind.

Doch wie schafft man es, den Stress im Studium erfolgreich zu reduzieren? Insbesondere, wenn neben dem Lern- und Prüfungsdruck noch berufliche oder familiäre Verpflichtungen dazukommen, kann das ganz schön schwierig sein. Wir haben euch hier unsere besten Tipps zusammengestellt:

1. Mach dir bewusst, wie ungesund Stress ist!

Bevor du damit beginnst, Methoden zur Stressreduktion in dein Leben zu integrieren, musst du zunächst erstmal verstehen, warum Stress ein Problem für dich werden kann. Denn viele von uns merken gar nicht mehr, dass es ihnen durch unaufhörlich wachsende To-do-Listen schlecht geht.

Ganz im Gegenteil: Stress zu haben ist in der heutigen Zeit zu einem Synonym für Erfolg und Ehrgeiz geworden. Wer keinen Stress hat, ist faul – das ist ein Glaubenssatz, von dem du dich dringend lösen musst, um langfristig etwas an deinem Stresslevel zu ändern.

Tatsächlich ist es sogar so, dass du mit einem entspannten Körper und Geist viel produktiver, leistungsfähiger und damit auch erfolgreicher bist. Dagegen kann viel Stress nachweislich zu einer Reihe von physischen und psychischen Krankheiten führen und damit nicht nur deine Leistung, sondern dein gesamtes Leben negativ beeinflussen.

Für die Zukunft können wir dir deshalb nur ans Herz legen, auf dich selbst zu achten und dein Lernpensum an dein Wohlbefinden anzupassen. Wenn du motiviert bist, viel zu schaffen: Mach das! Aber wenn du einmal eine Verabredung absagst, weil du Ruhe brauchst, oder am Tag zwei Stunden weniger als geplant lernst, ist das auch vollkommen okay!

2. Bau Erholungspausen in deinen Alltag ein!

Pause zu machen klingt eigentlich nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber für viele Studierende (und Berufstätige) leider nicht. Besonders wenn das Studium oder die Arbeit zuhause stattfinden, kann es leicht passieren, dass mittags mal schnell vor dem PC gegessen wird oder die Pause für den Lebensmitteleinkauf und den Wohnungsputz genutzt wird.

Damit eine Pause wirklich erholsam ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Geh´ spazieren! Frische Luft und Bewegung sind wahrscheinlich das Gesündeste, das du in deiner Pause machen kannst. Wenn dir das alleine zu langweilig ist, kannst du vielleicht Freunde oder deine_n Partner_in fragen, ob sie dich begleiten möchten.

Alternativ sind Podcasts und Hörbücher eine tolle Möglichkeit für ein wenig Entertainment während des Spaziergangs. Gleichzeitig hilft dir die Konzentration auf solche Audioinhalte auch beim Abschalten. Denn um die Pause wirklich erholsam zu machen, solltest du dabei natürlich nicht an deine To-dos denken.

Eine andere Option für die Pausengestaltung: Mach es dir einfach Zuhause gemütlich! Setze dich mit einem leckeren Essen auf die Couch, schaue deine Lieblingsserie, lese ein Buch, zeichne etwas oder nehme ein Bad. Solange dir deine Tätigkeit beim Entspannen hilft, ist sie genau richtig!

Auch sportliche Tätigkeiten, wie Joggen, Home-Workouts oder Schwimmen, können eine tolle Beschäftigung für die Pause sein und zur Stressreduktion beitragen. Besonders, da du beim Lernen vermutlich viel vor dem PC sitzt und wenig Bewegung bekommst, hilft dir das auspowern dabei, den Kopf freizukriegen. Aber Achtung: Jede Pause zum Sport zu nutzen kann dein Stresslevel auch erhöhen und ist demnach „zu viel des Guten“.

3. Probiere es mit Entspannungstechniken!

Eine wunderbare Möglichkeit mehr Entspannung in dein Leben zu bringen ist Yoga. Im klassischen Sinne versteht man hierunter eine aus Indien stammende philosophische Lehre, die eine Reihe körperlicher und geistiger Praktiken umfasst. Hierzulande wird Yoga meist in Form von Dehnübungen praktiziert, die unsere Muskelkraft, den Gleichgewichtssinn und die Flexibilität der Gelenke stärken.

Es ist bereits bewiesen, dass Yoga positive Effekte auf unsere physische und psychische Gesundheit hat und demnach ein tolles Mittel für die Stressreduktion sein kann. Besonders die im Yoga üblichen Atemtechniken können beruhigend wirken und zu einer ausgeglicheneren Stimmung beitragen.

Eine weitere Entspannungstechnik, die entweder in die Yogapraxis integriert, oder für sich allein praktiziert werden kann, ist die Meditation. Hierbei versteht man das bewusste Steuern der geistigen Aufmerksamkeit, bei dem wir uns von unseren gewohnten Denkstrukturen lösen und ganz im Moment verweilen. Eine Meditation kann sowohl im stillen Sitzen oder Liegen als auch in Verbindung mit körperlicher Bewegung stattfinden.

Falls du bisher noch keine Berührungspunkte mit Yoga oder Meditation hattest und dir der Gedanken daran ein wenig befremdlich erscheint, können wir dir nur dazu raten, es einfach mal auszuprobieren.
Auf den YouTube-Kanälen von Mady Morrison, Happy and fit Yoga, Yoga with Adriene und Allie The Journey Junkie findest du kostenlos tolle Yogavideos für Anfänger. (unbezahlte Werbung)

Viele der genannten YouTuber_innen bieten auf ihren Channels auch Meditationsübungen an. Für englischsprachige Meditationen können wir dir zudem den Channel Great Meditation empfehlen. Darüber hinaus gibt es tolle Meditations-Apps, wie Headspace, Calm, 7Mind und Zenify, die du zum Teil kostenlos oder im bezahlten Abo nutzen kannst. (unbezahlte Werbung)

4. Du brauchst einen Plan!

Es mag im ersten Moment nervig klingen, aber das Sprichwort „Gute Planung ist die halbe Miete“ stimmt beim Thema Stressreduktion tatsächlich. Denn oftmals entsteht Stress, weil wir uns zu viele To-dos auf einmal zumuten und dann am Ende überfordert davon sind.

Um diese Überforderung in Zukunft zu vermeiden, ist es zunächst empfehlenswert, alle To-dos und privaten Termine aufzuschreiben. Dadurch bekommst du einen besseren Überblick und kannst dir ggf. Prioritäten überlegen und weniger dringende Erledigungen auf einen anderen Tag verschieben.

Außerdem ist es wichtig, bei der Planung deiner To-dos nicht zu streng mit dir zu sein. Plane z. B. beim Lernen für Klausuren immer zeitliche Puffer ein und beginne nicht erst zwei Wochen vorher. So kannst du – selbst wenn dir einmal das Leben dazwischenfunkt – entspannt bleiben und gerätst nicht so schnell unter Zeitdruck.

Ein weiterer Tipp: Vergiss bei deiner Planung nicht die schönen Dinge! Auch ein Treffen mit Freunden, ein Dinner mit dem / der Partner_in oder ein bis zwei Stunden "Me-Time" sind Termine, die du dir ruhig in den Kalender schreiben kannst. So steigt die Vorfreude und du verlierst eine gesunde Work-Life-Balance nicht aus den Augen.

5. Du entscheidest, was dir guttut!

Wir hoffen, unsere Tipps können dir ein wenig helfen, den Stress im Studium in Zukunft zu reduzieren. Natürlich gilt bei all unseren Empfehlungen: Stress ist subjektiv.

Du selbst musst entscheiden, wie viel du dir an einem Tag zumuten kannst und welche Tätigkeiten dir am meisten Entspannung bringen. Sieh unsere Vorschläge als Inspiration und finde deinen eigenen Weg!

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