von Anja Segschneider
22.10.2020 | Fernstudium-Tipps

Fernstudium bedeutet vor allem auch, sich selbst gut zu organisieren. Doch das ist oft gar nicht so einfach. Kaum jemand beschäftigt sich ausschließlich den ganzen Tag über mit dem Studium. Die meisten müssen Beruf, Familie und andere Verpflichtungen irgendwie unter einen Hut bekommen.

Da kann der Lernstoff schnell mal länger liegen bleiben, als einem lieb ist. Und plötzlich ist die Prüfungsphase da und man weiß nicht mehr, wohin vor lauter Stress. Damit das nicht mehr passiert, hier unsere Tipps für das strukturierte Lernen zuhause.

 

Realistisch planen

Als erstes solltet Ihr Euch einen genauen Plan machen, wann, wie viel und was Ihr pro Woche lernen wollt. Wichtig ist es dabei, realistisch zu bleiben. Ihr könnt Euch selbstverständlich vornehmen, jede Woche eine komplette Enzyklopädie zu lesen, das wird aber vermutlich eher nicht funktionieren.

Hinterher seid Ihr dann umso enttäuschter. Der Frust führt irgendwann dazu, dass Ihr Euch unterbewusst denkt „das bringt doch eh nichts.“ Fatal! Lieber weniger vornehmen und sich dann auch an den Plan halten!

Gut funktioniert es zum Beispiel unter der Woche jeden Tag ein bis zwei Stunden für das Studium zu arbeiten und an Samstagen vier.

Arbeitstagebuch führen

Mit dem Studium verhält es sich manchmal wie mit einer Diät: Man sollte sich genau aufschreiben, welchen Lernstoff man schon verschlungen hat. Selbstbeobachtung ist der erste Schritt, um einen genauen Überblick darüber zu bekommen, wie viel und wie lange Ihr tatsächlich jeden Tag lernt. Ansonsten verfällt man allzu schnell in die Aufschieberitis.

Arbeitszeit timen, nicht Seiten

Wo wir schon mal beim Thema Zeiterfassung sind. Kommt dir die folgende Situation vielleicht bekannt vor? Du planst, bis zum Ende der Woche alles bis Seite XY durchzuarbeiten, stellst gegen Mitte der Woche fest, dass du völlig hinterm Zeitplan liegst, was Dich ungemein stresst, und hast gegen Ende der Woche nicht mal die Hälfte von dem geschafft, was Du Dir vorgenommen hast.

Daraufhin wirfst Du wütend Deine Studienmaterialien in die Ecke, setzt Dich mit einer Packung Kekse vor den Fernseher und fragst Dich voll Selbstmitleid, wie Du Deinen Abschluss bloß jemals schaffen sollst.


Mh, das ist sicher nicht die ideale Lösung, um entspannt und effektiv durchs Studium zu kommen. Jeder ehemalige Studierende wird Dir bestätigen, dass solche Zeitpläne nach Arbeitspensum ausnahmslos niemals funktionieren. Denn wir sind einfach nicht jeden Tag gleich produktiv, und das ist auch völlig in Ordnung.


Versuche stattdessen doch einmal, nicht nach Seitenzahlen, sondern nach Zeit zu lernen. Sprich: Nimm dir vor, jeden Tag eine Stunde zu lernen, gleich, wie viel Du schaffst, und nutze eine Tracking-App, um die Zeit zu kontrollieren. Die App Toggl ist dafür etwa sehr gut geeignet.


So kannst Du Deine Lernzeit auch getrost über den Tag verteilen, ohne Angst zu haben, zu wenig zu machen. Zum Beispiel könntest Du morgens 20 Minuten arbeiten, mittags 20 Minuten und abends nochmal 20 Minuten.

Vielen Menschen fällt es erheblich leichter, sich für einen kürzeren Zeitraum aufzuraffen und zu konzentrieren als gleich eine komplette Stunde am Stück. Wichtig ist bei dieser Taktik, dass Du nicht länger arbeitest, als Du Dir vorgenommen hast.

Wenn Du Deine Arbeitsstunde voll hast, machst Du Feierabend. Das Lernen wird so mehr zu einem Spiel als zu einer lästigen Pflicht. Du kannst Dir Deine Zeit freier einteilen, wirst plötzlich das Gefühl haben, viel mehr Freizeit zu haben und obendrein Dein Gewissen beruhigen. Denn Du kannst genau sehen, was Du schon alles geschafft hast.

Feste Uhrzeiten für das Lernen

Sich die Lernzeit flexibel einzuteilen, ist wichtig und richtig. Wer sich aber überhaupt keine feste Zeit fürs Lernen sucht, wird immer wieder das Problem bekommen, dass „irgendwas dazwischen“ kommt.

Daher am besten mindestens eine Uhrzeit am Tag oder wenigstens drei Zeiten pro Woche festlegen, die ausschließlich fürs Lernen vorgesehen sind.

Vor der Arbeit lernen

Schon mal versucht, um 5 Uhr morgens aufzustehen? Nein, nein, hör´ erstmal zu Ende zu, bevor Du mich verfluchst! Direkt früh am Morgen vor der Arbeit zu lernen, erscheint im ersten Moment wie eine Strafe, ist in Wirklichkeit jedoch eine echte Wohltat!

Es dauert etwa ein bis zwei Wochen, bevor man sich daran gewöhnt hat, so früh aus dem Bett zu steigen. Danach ist es überhaupt kein Problem mehr. Der große Vorteil am Frühlernen ist, dass tatsächlich im Laufe des Tages nichts mehr „dazwischenkommen“ kann und man am Abend das Gefühl hat, wirklich Feierabend machen zu können.

Diese Methode ist außerdem auch perfekt mit persönlichen Terminen und Hobbies vereinbar, die meistens in den Abendstunden liegen. Wem 5 Uhr zu früh ist, kann ja erstmal mit 6 Uhr anfangen und sich direkt nach dem Aufstehen eine Stunde an den Schreibtisch setzen.

Und wenn Ihr mir nicht glaubt, dass das wunderbar funktioniert, dann fragt einfach mal jeden zweiten erfolgreichen Schriftsteller, wie etwa Stephen King oder John Grisham, der/die sein/ihr erstes Buch neben der Arbeit geschrieben hat. Die meisten haben das geschafft, indem sie einfach extrem früh aufgestanden sind.

Pünktlich anfangen

Wenn Ihr erstmal einen festen Zeitraum fürs Lernen habt, solltet Ihr auch pünktlich anfangen. Wenn Ihr Euch Spielräume bei der Uhrzeit lasst, bringt das am Ende nur den gesamten Tagesplan durcheinander. Ihr lernt doch weniger, als Ihr vorhattet und ärgert Euch am Ende über Euch selber.

Routinen etablieren

Die besten Pläne sind nutzlos, wenn man sie nicht umsetzt. Sorgt also dafür, dass Ihr Eure Lernpläne zur Routine werden lasst. Jeden Morgen eine Stunde vor der Arbeit lernen wird so irgendwann genauso selbstverständlich wie Zähneputzen.

Arbeitsplatzgestaltung

Diesen Tipp habt Ihr vermutlich bereits tausend Mal gehört, trotzdem: Die richtige Arbeitsplatzgestaltung ist entscheidend für den Lernerfolg! Sorgt dafür, dass Ihr möglichst wenig Ablenkung in Eurer Nähe habt, räumt den Schreibtisch auf und schaltet das Handy aus.

So strapaziert Ihr Euer Gehirn nicht über und das Lernen stresst Euch ganz sicher erheblich weniger.

Und nun: Frohes Lernen!

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