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Fernstudium-Tipps

Für wen lohnt sich eine berufsbegleitende Weiterbildung?

Aktualisiert am 20.04.2026
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Veröffentlichung: 04.05.2022
Isabella Weder
Portrait eines Fernstudenten zuhause

Viele Menschen wünschen sich eine berufliche Veränderung oder möchten ihre Aufstiegschancen im Job erhöhen. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Wege: ein (Fern-)Studium, eine Ausbildung oder – als besonders flexible Variante – eine berufsbegleitende akademische Weiterbildung.

In diesem Blogartikel erläutern wir, worin die Vorteile einer solchen Weiterbildung liegen, welche Zielgruppen besonders profitieren, welche Förderungen du nutzen und anhand welcher Kriterien du ein passendes Weiterbildungsangebot auswählen kannst.

Was ist eine berufsbegleitende Weiterbildung?

Eine berufsbegleitende Weiterbildung bezeichnet jede Bildungsmaßnahme, die eine bereits vorhandene berufliche Qualifikation vertieft oder erweitert und parallel zur Erwerbstätigkeit absolviert wird. Sie findet meist in Form von Seminaren, Modulen oder Workshops statt und kann, je nach Anbieter, vollständig online durchgeführt werden.

Bildungswissenschaftlich wird dabei zwischen formaler Weiterbildung (mit anerkanntem Abschluss, etwa einem Hochschulzertifikat und ECTS-Credit-Points) und non-formaler Weiterbildung (in der Regel mit Teilnahmebescheinigung) unterschieden. Beide Formen sind tragende Säulen des Konzepts des lebenslangen Lernens, das auf europäischer Ebene bereits 2006 mit der Empfehlung 2006/962/EG des Europäischen Parlaments bildungspolitisch verankert wurde.

Die akademischen Weiterbildungen der HFH können zeit- und ortsunabhängig als Online-Seminare absolviert werden. Es gibt zum Teil auch die Möglichkeit, Präsenzveranstaltungen an einem unserer Studienzentren zu besuchen.

Die HFH bietet aktuell rund 200 Weiterbildungen aus den Bachelor- und Masterstudiengängen in den Fachgebieten Pflege, Soziales, Wirtschaft, Recht und Technik sowie Gesundheit an. Beliebte Weiterbildungen sind beispielsweise Führungspsychologie, Nachhaltigkeitsmanagement, Arbeitsrecht und Produktentwicklung.

Alle Weiterbildungsmodule sind für das berufsbegleitende Studieren optimiert und können wahlweise mit einem Teilnahmezertifikat oder mit einem qualifizierten Hochschulzertifikat abgeschlossen werden.

Wo liegt der Unterschied?

Teilnahmezertifikat oder Hochschulzertifikat

Die Wahl der Abschlussform hat Auswirkungen auf Aufwand, Anrechenbarkeit und Außenwirkung:

  • Teilnahmezertifikat: wird bei erfolgreicher Teilnahme am Modul ausgestellt. Es dokumentiert den bearbeiteten Lernumfang, jedoch ohne benotete Prüfungsleistung. Geeignet für Personen, die sich thematisch weiterentwickeln möchten, ohne eine formale Anrechnung anzustreben.
  • Qualifiziertes Hochschulzertifikat: setzt das erfolgreiche Absolvieren der Modulprüfung voraus. Du erwirbst ECTS-Credit-Points, die an der HFH oder an anderen akkreditierten Hochschulen auf ein reguläres Studium angerechnet werden können. Damit eignet sich diese Form besonders, um ein Fernstudium kennenzulernen oder perspektivisch in einen vollwertigen Studiengang einzusteigen – und so die Studiendauer zu verkürzen.

Für wen eignet sich eine berufsbegleitende Weiterbildung?

Die Zielgruppen akademischer Weiterbildungen sind breit gefächert. Besonders profitieren:

  • Berufstätige vor dem nächsten Karriereschritt – etwa vor dem Wechsel in eine Führungs- oder Spezialistenrolle, die zusätzliche fachliche Kompetenzen erfordert.
  • Fachkräfte in Branchen mit hohem Transformationsdruck – insbesondere im Gesundheitswesen, in der Technik oder in der öffentlichen Verwaltung, wo Digitalisierung und regulatorische Veränderungen fortlaufende Qualifizierung erfordern.
  • Wiedereinsteiger*innen nach einer Elternzeit oder Pflegephase – die ihre fachliche Aktualität auffrischen und den Anschluss an neue Entwicklungen finden möchten.
  • Quereinsteiger*innen – die in einem angrenzenden Berufsfeld Fuß fassen und gezielt neue Kompetenzen aufbauen wollen.
  • Personen ohne Hochschulabschluss, die sich zunächst orientieren und prüfen möchten, ob ein Fernstudium für sie in Frage kommt – ohne sich direkt für einen gesamten Studiengang einschreiben zu müssen.

Was sind die Vorteile einer berufsbegleitenden Weiterbildung?

In vielen Branchen wächst der Anspruch an fachliche Spezialisierung. Eine Weiterbildung ist daher eine wertvolle Zusatzqualifikation, um das eigene Profil zu schärfen und ein gutes Argument für den beruflichen Aufstieg zu haben.

Darüber hinaus dient eine Weiterbildung auch als Orientierungshilfe für alle, die sich hinsichtlich ihrer künftigen Karriere- oder Studienrichtung noch nicht festgelegt haben.

Ein weiterer Vorteil ist, dass eine berufsbegleitende Weiterbildung in der Regel kürzer und kostengünstiger ist als ein gesamtes Fernstudium. Die Dauer und die Kosten einzelner HFH-Module variieren je nach Umfang; detaillierte Angaben finden Sie bei jedem Modul auf unserer Weiterbildungsseite.

Je nach Wohnsitz und beruflicher Situation lassen sich zudem erhebliche Teile der Kosten durch Förderprogramme und steuerliche Absetzbarkeit zurückholen (dazu ausführlich im nächsten Abschnitt). Wenn die Weiterbildung in Bezug zum aktuellen Beruf steht, sind auch viele Arbeitgeber bereit, die Kosten teilweise oder vollständig zu übernehmen.

Praktisch sind außerdem die zeitliche und räumliche Flexibilität: Der hohe Anteil an Online-Lehre und Selbststudieneinheiten an der HFH macht es möglich, Beruf, Familie und Lernen miteinander zu vereinbaren.

Nicht zuletzt zahlt jede Weiterbildung auf ein übergreifendes Ziel ein: das lebenslange Lernen. Neu erworbenes Wissen erweitert nicht nur den eigenen Handlungsspielraum im Beruf, sondern bleibt auch bei einem Arbeitgeberwechsel erhalten.

Finanzierung: Welche Förderungen kann ich nutzen?

Die Landschaft der Weiterbildungsförderung in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Instrumente – prüfen Sie individuell, welches Programm zu Ihrer Situation passt.

Bildungsscheck 2.0 (Nordrhein-Westfalen)

Seit dem 1. Februar 2026 ist in NRW der Bildungsscheck 2.0 verfügbar – die Nachfolgeförderung des klassischen Bildungsschecks NRW, der im Juni 2024 ausgelaufen war. Gefördert werden 50 Prozent der Weiterbildungskosten bis maximal 500 Euro pro Kalenderjahr. Voraussetzung ist ein Wohnsitz in NRW und ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 50.000 Euro (bzw. 100.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung). Die Antragstellung erfolgt online über das ESF-Portal, eine Beratungsstelle muss nicht mehr aufgesucht werden. Informationen: www.mags.nrw/bildungsscheck (externer Link)

Weiterbildungsbonus PLUS (Hamburg)

In Hamburg fördert der Weiterbildungsbonus PLUS – ein gemeinsames Programm der Freien und Hansestadt Hamburg und des Europäischen Sozialfonds – sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Selbstständige mit Wohnsitz oder Arbeitsplatz in Hamburg. Die Regelförderung beträgt 40 Prozent der Kosten (maximal 750 Euro), bei Lehrgangsgebühren ab 2.500 Euro sind bis zu 1.000 Euro möglich. Für Beschäftigte im Hamburger Handwerk sind bis zu 75 Prozent (max. 1.000 Euro), für Leistungsbeziehende nach SGB II sogar bis zu 100 Prozent möglich. Projektträger ist die Zwei P PLAN:PERSONAL gGmbH. Informationen: www.zwei-p.org/weiterbildungsbonus (externer Link)

Aufstiegs-BAföG

Das Aufstiegs-BAföG unterstützt gezielt Aufstiegsfortbildungen bis auf Master-Niveau. Es umfasst einkommensunabhängige Zuschüsse sowie zinsgünstige Darlehen und ist unabhängig von Vollzeit oder Teilzeit, schulisch oder außerschulisch, medial gestützt oder im Fernunterricht nutzbar. Informationen:
https://www.aufstiegs-bafoeg.de/aufstiegsbafoeg/de/home/home_node.html (externer Link)

Weiterbildungsstipendium

Die Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB – Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung) vergibt an besonders qualifizierte junge Berufstätige ein Weiterbildungsstipendium. Über mehrere Jahre können damit Fortbildungen und akademische Weiterbildungen finanziell bezuschusst werden. Informationen:
https://www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium (externer Link)

Steuerliche Absetzbarkeit

Weiterbildungskosten, die in direktem Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf stehen, können als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Strebt die Weiterbildung eine neue berufliche Tätigkeit an, kommt alternativ der Sonderausgabenabzug in Betracht. Auch Fahrt-, Material- und Prüfungskosten sind absetzbar. Eine individuelle Beratung – etwa durch einen Lohnsteuerhilfeverein oder eine Steuerberatung – ist hier empfehlenswert.

Bildungsurlaub / Bildungszeit

In den meisten Bundesländern haben Beschäftigte einen gesetzlichen Anspruch auf mehrere Tage bezahlten Bildungsurlaub pro Jahr. Dieser kann gezielt für die Teilnahme an Weiterbildungen genutzt werden. Die konkreten Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Wie finde ich ein geeignetes Weiterbildungsangebot?

Angesichts der Vielfalt an Anbietern und Formaten lohnt es sich, die folgenden Kriterien systematisch zu prüfen:

  • Ist die Weiterbildung zertifiziert und akkreditiert?
    Ein allgemein anerkanntes Qualitätssiegel ist das Zertifikat der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) (externer Link). Auch die staatliche Anerkennung des Bildungsanbieters und die Akkreditierung seiner Studien- und Weiterbildungsangebote sind verlässliche Qualitätsindikatoren.
  • Hat die Weiterbildung gute Bewertungen erhalten?
    Hier lohnt sich ein Blick auf die unabhängigen Vergleichsportale FernstudiumCheck (externer Link) und Fernstudium Direkt (externer Link). Dort findet ihr nicht nur Bewertungen von vielen Fernstudiengängen, sondern auch oftmals Bewertungen von berufsbegleitenden Weiterbildungen.
  • Wird die Weiterbildung von einem Bildungsinstitut mit langjähriger Erfahrung und qualifizierten Lehrenden angeboten?
    Diese Informationen finden sich in der Regel auf der Website des Anbieters. Falls nicht, lohnt sich eine Nachfrage – bei der HFH erreicht ihr uns per Mail oder telefonisch unter 040 350 94-360.
  • Lässt sich die Weiterbildung auf ein Hochschulstudium anrechnen?
    Dafür ist eine einheitliche Leistungsbewertung in Form von ECTS-Credit-Points erforderlich. Wer perspektivisch einen Bachelor- oder Masterabschluss anstrebt, kann mit einer anrechenbaren Weiterbildung später einzelne Module einsparen und die Studiendauer verkürzen.
  • Passen die Themen der Weiterbildung zu den eigenen beruflichen Zielen?
    Prüfe die Modulbeschreibungen, Lernziele und Prüfungsformen im Detail. Eine Weiterbildung entfaltet ihren Nutzen am besten, wenn Inhalte und Zielsetzung konsequent auf deine berufliche Entwicklung einzahlen.

Fazit

Eine berufsbegleitende akademische Weiterbildung ist eines der flexibelsten Instrumente der beruflichen Entwicklung. Sie lässt sich passgenau auf individuelle Karriereziele zuschneiden, ist in vielen Fällen öffentlich förderfähig und steuerlich absetzbar und ermöglicht – bei Bedarf – einen sanften Einstieg in ein vollständiges Fernstudium.

Wer sich vorab über Inhalte, Qualitätssiegel und Fördermöglichkeiten informiert, legt den Grundstein für eine Weiterbildung, die sich wirklich lohnt. Auf der HFH-Website finden Sie unser vielfältiges Weiterbildungsangebot mit Informationen zur Anrechenbarkeit auf unsere Studiengänge.

Wir wünschen viel Freude beim Stöbern – und Erfolg auf Ihrem nächsten Bildungsschritt.

Häufig gestellte Fragen

  • Was kostet eine akademische Weiterbildung an der HFH?

    Die Kosten variieren je nach Modulumfang und Abschlussform. Detaillierte Angaben findest du bei jedem einzelnen Modul in unserer Weiterbildungsübersicht.

  • Kann ich die Weiterbildung steuerlich absetzen?

    In der Regel ja – bei beruflichem Bezug als Werbungskosten, bei Ausrichtung auf einen neuen Beruf als Sonderausgaben.

  • Welche Abschlüsse sind möglich?

    Du kannst wahlweise mit einem Teilnahmezertifikat oder mit einem qualifizierten Hochschulzertifikat inklusive ECTS-Credit-Points abschließen.

  • Lassen sich die Credit Points auf ein späteres Studium anrechnen?

    Ja – an der HFH und an anderen akkreditierten Hochschulen. So kannst du Weiterbildungen gezielt als Einstieg in ein Fernstudium nutzen und die Regelstudienzeit verkürzen.

  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es konkret für mich?

    Das hängt von deinem Bundesland, deiner beruflichen Situation und deinem Einkommen ab. Relevant sind insbesondere der Bildungsscheck 2.0 (NRW), der Weiterbildungsbonus PLUS (Hamburg), das Aufstiegs-BAföG sowie das Weiterbildungsstipendium. Auch dein Arbeitgeber kann eine Kostenübernahme prüfen.

Autor*in

Portrait Isabella Weder
Isabella Weder
Content Marketing Managerin

Isabella Weder bringt mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Kreativarbeit und Content Produktion mit. Sie ist seit Anfang 2021 an der HFH tätig, wo sie Social-Media-Formate für die Hochschule entwickelt und die redaktionelle Betreuung des Blogs übernimmt. Ihr Ansatz: Den Fernstudierenden und Interessenten mit hilfreichen Tipps zur Seite zu stehen und komplexe Themen verständlich und ansprechend aufzubereiten.