Direkt zu den Schnelllinks Direkt zum Inhalt
Fernstudium und Alltag

Wann ist ein Hochschulwechsel sinnvoll und wie funktioniert er?

Thomas Graf
Junger Mann lehnt an Küchentisch mit Laptop, telefoniert und hält ein Paper in der Hand

„Die Lebensrealität der Studierenden [ist] oft nicht auf ein Vollzeitstudium ausgelegt“. Das stellt das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in einer Veröffentlichung aus November 2025 (externer Link) fest und betont den hohen Bedarf an flexiblen Studienangeboten.

Zugleich sind flexible Formate wie berufsbegleitende Teilzeitangebote oder Fernstudiengänge an Hochschulen in Deutschland nach wie vor die Ausnahme. „88 Prozent aller Studienangebote im Bachelor und 97 Prozent im Master werden aktuell als Vollzeitstudium angeboten“, konstatiert die CHE-Studie, und weiter: „Private Hochschulen weisen eine deutlich größere Vielfalt an flexiblen Studienmöglichkeiten auf als staatliche“.

Für wen sich welches Studienformat am besten eignet, ist in erster Linie von der individuellen Lebenssituation abhängig. Wenn sich diese ändert, sei es durch Familiengründung, Pflegeverantwortung oder einen neuen Job, kann das einen bis dato gut funktionierenden Studienplan gewaltig aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Hochschulwechsel ist dann sinnvoll.

Veränderte Lebenssituation kann einen Wechsel notwendig machen

In solchen Fällen kann ein Hochschulwechsel nötig werden, entweder in ein flexibleres Studienformat oder sogar an eine andere Hochschule mit berufsbegleitendem Konzept und der Möglichkeit, in Teilzeit zu studieren.

Wer aber bereits ein Vollzeitstudium begonnen und schon viel Zeit und Mühe investiert hat, scheut sich womöglich vor einem klaren Cut. Zu groß scheint die Gefahr, das bereits Erarbeitete durch einen Wechsel aufs Spiel zu setzen. Diese Sorge ist jedoch meistens unbegründet, da sich bereits erbrachte Studienleistungen häufig anrechnen lassen, sodass Inhalte nicht doppelt studiert werden müssen und sich die bisher investierte Zeit weiterhin auszahlt.

Dabei gibt es für einen Hochschulwechsel durch die einheitliche Struktur mit ECTS-Punkten klar geregelte Abläufe. Wer diese kennt und weiß, was die neue Hochschule für die Einschreibung braucht, kann mit entsprechender Vorbereitung relativ problemlos an eine neue Hochschule wechseln.

Vor einem Hochschulwechsel: informieren und beraten lassen

Studierende, die einen Hochschulwechsel ins Auge fassen, sollten sich zunächst über die Unterschiede von Hochschulen informieren und für sich klären, was sie sich konkret vom Wechsel versprechen. Die eigenen Absichten sind auch sinnvoller Ausgangspunkt für eine gezielte und individuelle Studienberatung.

„Das Erste, wonach wir in Beratungsgesprächen immer konkret fragen, ist der persönliche Grund für den Wechselwunsch“, sagt Anik Alam aus dem Studierendenservice der Hamburger Fern-Hochschule. Die individuellen Beweggründe seien unterschiedlich, relativ häufig werde aber der Wunsch nach mehr Flexibilität geäußert und nach besserer Beratung und Betreuung während der Studienzeit gefragt.

„In der Beratung gehen wir gezielt auf die einzelnen Fragen ein und erklären, wie das Fernstudium konkret abläuft“, sagt der Studienberater. Aus seiner Erfahrung lassen sich bestimmte Fragen identifizieren, für die sich wechselwillige Studierende immer interessieren; etwa zu:

Die richtigen Unterlagen für den Wechsel vorbereiten

Auch wenn die Beratung individuell geschieht und auf die spezifische Situation der Wechselwilligen eingeht, kann man bestimmte Unterlagen identifizieren, die man für einen Wechsel einer Hochschule immer braucht.

Wichtige Unterlagen für einen erfolgreichen Hochschulwechsel:

  • Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung
  • Nachweis beruflicher Qualifikationen (z. B. Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse)
  • Krankenkassenmeldung, wenn man in Deutschland wohnt
  • Exmatrikulationsbescheinigung der alten Hochschule
  • (Zwischen-)Zeugnis aus dem bisherigen Studium plus Modulbeschreibungen
  • Notenblatt aus dem bisherigen Studium („Transcript of Records“)

So gelingt der Hochschulwechsel

Abschließend fassen wir noch einmal kurz und kompakt die Schritte zusammen, damit der Hochschulwechsel gelingt:

  1. Grund und Ziel klären
    Überlege, ob ein Vollzeit-, Teilzeit- oder Fernstudium besser zu deiner aktuellen Lebenssituation passt. Prüfe auch, ob dein Ziel die wissenschaftliche Laufbahn oder die Weiterentwicklung im bestehenden Beruf ist; je nachdem eignet sich eher eine Uni oder eine Fachhochschule.
  2. Qualität der Hochschule checken und zur Zulassung
    Wenn du eine neue Hochschule konkret ins Auge fasst, schau zunächst, ob sie staatlich anerkannt ist und ihre Studiengänge akkreditiert sind. Dann prüfe die Zulassungsbedingungen und bereite deine Unterlagen vor.
  3. Unterlagen für die Anerkennung prüfen lassen
    Stelle die oben aufgelisteten Unterlagen zusammen und wende dich an die Studierendenberatung. Dort werden sie auf Anrechnungsfähigkeit geprüft und du erfährst, wie viel Studienzeit du ggf. sparen kannst.

Fazit

Ein Hochschulwechsel kann unter bestimmten Bedingungen notwendig werden. Das verursacht immer etwas organisatorischen Aufwand, ist aber kein Beinbruch, wenn man weiß, worauf zu achten ist.

Ein Wechsel in eine andere Hochschule ist grundsätzlich gut machbar und die Berater*innen der HFH helfen euch gerne weiter, wenn ihr weitere Fragen dazu habt.

Kontakt:
Mail: info@hfh-fernstudium.de
Tel: +49 40 350 94 360

Autor*in

HFH-Mitarbeiter Thomas Graf im Profil
Thomas Graf
Redakteur

Thomas Graf ist seit 2014 Redakteur in der Abteilung Marketing der HFH. Bereits davor hat er in verschiedenen Positionen im Hochschulwesen gearbeitet und schreibt als Redakteur u.a. zu Themen rund ums Fernstudium sowie zu aktuellen Entwicklungen aus der HFH.