Online-Recherche im Studium: 5 praktische Tipps für wissenschaftliche Quellen
Hausarbeiten schreiben, schön und gut, aber wie komme ich an die Literatur dafür? Vor allem: Wie komme ich an Literatur, wenn ich nicht in die Bibliothek gehen kann? Was sollen Studierende tun, wenn die Bibliothek zu oder einfach nur zu weit weg ist?
Das digitale Angebot an Literatur ist heutzutage sehr umfangreich: Bibliotheken, Datenbanken, Repositorien und Verlagsplattformen ermöglichen den Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln, Fachbüchern, Statistiken und weiteren Materialien. Entscheidend ist dabei nicht nur, wo gesucht wird, sondern auch, wie Suchergebnisse bewertet und gefiltert werden.
Natürlich gibt es weitere Recherchewege. Die folgenden fünf Tipps bieten einen guten Einstieg in die wissenschaftliche Online-Recherche:
- Gratis-Zugänge zu Datenbanken und Recherche-Plattformen
- Google Scholar
- JSTOR
- Websites von Hochschulbibliotheken
- Springer Nature Link
Tipp: Es lohnt sich, bei jeder Recherche auch zusätzlich nach frei zugänglichen Open-Access-Versionen zu suchen und die Suchfunktionen der eigenen Bibliothek zu prüfen. Viele wissenschaftliche Texte sind heute frei zugänglich verfügbar, etwa über Bibliotheken, Repositorien oder Open-Access-Angebote. Google Scholar weist bspw. selbst auf frei verfügbare Versionen und Bibliothekslinks hin.
1. Gratis-Zugänge zu Datenbanken und Recherche-Plattformen
Die HFH bietet ihren Studierenden kostenfreie Zugänge zu verschiedenen Datenbanken bzw. Recherche-Plattformen (Zugang über den WebCampus (externer Link)).
Datenbank wiso
wiso ist eine Fachdatenbank mit einem breiten Spektrum an Inhalten, darunter Fachzeitschriften, Literaturnachweise, Pressequellen, Firmeninformationen und weitere wirtschafts- und sozialwissenschaftlich relevante Materialien. Professionelle Tools, Thesauri sowie Filter- und Monitoringfunktionen unterstützen die Recherche und ermöglichen es, schnell die gesuchten Informationen zu finden. Auf wiso sind folgende Fachrichtungen vertreten:
- Wirtschaftswissenschaften
- Recht
- Technik
- Psychologie
- Sozialwissenschaften
Kostenfreie Statistik-Portale
Wer für eine wissenschaftliche Arbeit belastbare Zahlen sucht, sollte möglichst direkt auf amtliche und institutionelle Statistikportale zurückgreifen. Für Deutschland ist vor allem Destatis (externer Link), das Statistische Bundesamt, eine wichtige Anlaufstelle. Dort finden sich aktuelle Daten, Publikationen und thematische Übersichten aus der amtlichen Statistik. Über GENESIS-Online (externer Link) und weitere Regionalangebote lassen sich viele Datensätze zudem gezielt recherchieren.
Für europäische Vergleiche eignet sich Eurostat (externer Link), das Statistikamt der Europäischen Union. Eurostat stellt hochwertige europaweite Statistiken bereit und bietet sowohl thematische Übersichten als auch eine umfangreiche Datenbank mit frei zugänglichen Datensätzen.
Wer internationale Entwicklungen untersuchen möchte, findet auch bei der OECD und der Weltbank kostenfrei nutzbare Daten. Die OECD bündelt ihre statistischen Angebote im OECD Data Explorer (externer Link). Die Weltbank stellt mit World Bank Open Data (externer Link) und DataBank (externer Link) umfangreiche Zeitreihen, Indikatoren sowie Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten bereit.
Für wissenschaftliche Arbeiten gilt grundsätzlich: Auch bei guten Statistikportalen sollten Quelle, Erhebungszeitraum, Definitionen und Aktualität immer genau geprüft und in der Arbeit sauber angegeben werden. Gerade bei zentralen Kennzahlen lohnt es sich, nach Möglichkeit direkt mit der Originalquelle zu arbeiten.
Medhochzwei (Gesundheitswesen)
Beim Medhochzwei Verlag (externer Link) stehen den Studierenden der HFH verschiedene Fachbücher und Loseblattsammlungen zum Thema Gesundheitswesen zur Verfügung.
Darüber hinaus baut die HFH ihr digitales Literatur- und Rechercheangebot kontinuierlich aus. Über neue Zugänge und Angebote informieren wir euch sofort!
2. Google Scholar
Google Scholar: Suchmaschine für wissenschaftliche Literatur
In der Wissenschaft kommt es nicht darauf an, ob eine Quelle online erscheint, sondern ob sie fachlich belastbar, nachvollziehbar und zitierfähig ist.
Google Scholar ist keine Datenbank im engeren Sinne, sondern eine Suchmaschine für wissenschaftliche Literatur. Die Plattform durchsucht fachliche Inhalte aus vielen Disziplinen und Quellen, darunter Artikel, Bücher, Abschlussarbeiten und weitere wissenschaftsnahe Publikationen.
Besonders praktisch: Die Zitierfunktion von Google Scholar.
Besonders praktisch ist, dass Google Scholar häufig auf frei verfügbare Versionen, Bibliothekszugänge oder andere verfügbare Fassungen verweist. Über die Funktion „Library Links“ können zudem Bibliotheksbestände und lizenzierte Zugänge eingebunden werden.
Eine weitere praktische Funktion sind die Zitationshinweise. Wenn ihr in der Ergebnisübersicht unter einer Quelle auf die Anführungszeichen klickt, zeigt Google Scholar verschiedene Zitierstile und Exportmöglichkeiten an. Diese Angaben sind hilfreich, sollten aber immer geprüft und bei Bedarf an den im Fachbereich geltenden Zitierstil angepasst werden.
Wichtig: Nicht nur das Format, sondern auch einzelne Metadaten können fehlerhaft oder unvollständig sein. Deshalb sollten Titel, Autor*innennamen, Erscheinungsjahr und Fundstelle immer mit der Originalquelle abgeglichen werden.
Praktische Tipps für Google Scholar
- Suchbegriffe auf Deutsch und Englisch ausprobieren
- Ergebnisse nach Zeitraum filtern
- „Zitiert von“ nutzen, um neuere Fachliteratur zu finden
- „Alle Versionen“ prüfen, um frei zugängliche Fassungen zu entdecken
- Treffer nicht nur nach Relevanz, sondern auch nach Qualität und Passung bewerten
3. JSTOR
JSTOR fällt genau genommen auch unter die Kategorie Datenbank. Sie bietet Zugang zu mehr als 12 Millionen Zeitschriftenartikeln, Büchern, Bildern und Primärquellen in 75 Fachgebieten, so JSTOR auf ihrer Website. Je nach Titel und Zugangsmodell sind Inhalte frei verfügbar, institutionell lizenziert oder nur über ein persönliches Bezahlmodell zugänglich. Ein Monatspass kostet dort derzeit 19,50 Dollar (Stand April 2026).
Viele Inhalte auf JSTOR sind englischsprachig. Für viele Themen kann die Plattform dennoch sehr hilfreich sein, insbesondere wenn internationale Forschungsliteratur gesucht wird.
4. Websites von (Hochschul)bibliotheken
Bibliothek und digitale Recherche schließen sich nicht aus, im Gegenteil: Viele Bibliotheken bieten heute umfangreiche digitale Bestände und lizenzierte Zugänge an.
Die HFH kooperiert etwa mit dem Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW), auf deren Quellen aus dem Bereich Wirtschaft Ihr über den Link im WebCampus (externer Link) kostenlos zugreifen könnt.
Auch andere Bibliotheken bieten digitale Materialien, Datenbanken, E-Books und elektronische Zeitschriften an. Welche Zugänge möglich sind, hängt von der jeweiligen Bibliothek ab: Manche Angebote sind vor Ort nutzbar, andere lassen sich mit Bibliotheksausweis oder Remote Access auch von zuhause aus verwenden. Wer zusätzlich eine externe Bibliothek nutzen möchte, sollte sich über Mitgliedschaft, Fernzugriff, Datenbankangebote und mögliche Vergünstigungen für Studierende direkt bei der jeweiligen Einrichtung informieren.
Was Bibliotheken zusätzlich bieten können
- Zugriff auf lizenzierte Fachdatenbanken
- E-Books und E-Journals
- Unterstützung bei Literaturverwaltung und Zitation
- Schulungen zur Recherche
- Beratung zu Fernleihe und Dokumentlieferung
5. Springer Nature Link
Springer Nature Link ist eine große Plattform für die Recherche nach wissenschaftlichen Artikeln, Zeitschriften, Büchern, Kapiteln und weiteren Inhalten. Vorteile sind vor allem der große Bestand sowie die differenzierten Such- und Filtermöglichkeiten.
Je nach Titel und Lizenzmodell können Inhalte frei zugänglich, institutionell verfügbar oder kostenpflichtig sein. Für Studierende kann es sinnvoll sein, gezielt nach einzelnen Kapiteln oder Artikeln zu suchen und zusätzlich zu prüfen, ob der Zugriff bereits über die eigene Bibliothek möglich ist. Ob Inhalte kostenfrei nutzbar sind, hängt stark von den Lizenzen der jeweiligen Bibliothek und vom einzelnen Titel ab.
Zusatztipp
Treffer richtig bewerten
Nicht jeder Suchtreffer ist automatisch eine gute wissenschaftliche Quelle. Achtet bei der Auswahl unter anderem auf folgende Punkte:
- Wer hat den Text verfasst?
- Wo ist er erschienen?
- Ist die Quelle fachlich belastbar und nachvollziehbar?
- Passt das Erscheinungsjahr zu eurem Thema?
- Ist die Quelle zitierfähig und dauerhaft auffindbar?
Gerade bei der Online-Recherche ist es wichtig, Suchergebnisse auch kritisch zu prüfen.
Online-Recherche im Studium bedeutet heute mehr als nur eine schnelle Suche bei Google. Gute Ergebnisse entstehen vor allem dann, wenn ihr passende Rechercheplattformen nutzt, Suchbegriffe gezielt variiert, Bibliothekszugänge einbezieht und gefundene Quellen kritisch bewertet. So findet ihr nicht nur schneller Literatur, sondern auch die richtige Literatur für eure wissenschaftliche Arbeit.