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Transkript Alumnus Manfred Kunkel

Prof. Dr. Birgit Schröder
Herzlich willkommen. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge und herzlich willkommen Herrn Kunkel als Gesprächspartner für heute Abend. Freu mich sehr, dass Sie Zeit haben, sich die Zeit genommen haben für das Gespräch und freu mich, wenn Sie sich einmal selber vorstellen würden.

Manfred Kunkel
Ja, schönen guten Abend. Ja, Manfred Kunkel. Ich bin von Haus aus Pflegefachperson und Notfallsanitäter und hab im letzten Jahr meine Bachelor-Urkunde erhalten, über den Bachelor of Arts in Pflegemanagement. Ja, und hab letztendlich einige Stationen seither besucht und darüber wollen wir uns ja heute gerne austauschen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Genau, das ist ganz prima. Pflegemanagement haben Sie studiert und, wie blicken Sie sozusagen auf Ihr Studium zurück? Ist das eher etwas, wo man sagt: „Mensch, war 'ne große Herausforderung.", oder wie sind so da die ersten Assoziationen?

Manfred Kunkel
Ja, also letztendlich muss ich rückblickend sagen, war das 'ne große Bereicherung den Schritt gewagt zu haben, überhaupt, 'n Studium aufzunehmen, dann berufsbegleitend auch aufzunehmen. Und, hab das Studium eigentlich gesehen als eine, ja, Art, ja auch Findung, auch ein Versuch, dann selber sich zu entwickeln, und muss sagen, dass sich das eigentlich alles so zum Guten gezeigt hat, das gewagt zu haben, eben dieses Studium aufzunehmen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Das ist doch schön. Und gibt es auch irgendwas, was Sie vermisst haben, so rückblickend im Studium? Also gibt's irgendwas, was Sie jetzt im beruflichen Alltag brauchen, was Sie gerne im Studium noch gelernt hätten?

Manfred Kunkel
Nein, also ich muss sagen, für mich war das Studium sehr, sehr passend, für die aktuellen Entwicklungen, sehr gut angepasst. Ich denke, was sehr wichtig ist in den Studiengängen und das ist sowohl im Management-Studiengang als auch in der angewandten Wissenschaft, in Nursing oder ähnlichem, ganz arg wichtig, dass wir die Professionalisierung, und dieses berufliche Verständnis, viel deutlicher noch vermitteln müssen. Also das fängt schon mit der Ausbildung zur Pflegefachperson an, und dann, glaub ich, über die Studiengänge, Pflegemanagement, Nursing und so weiter, sollte sich die Pflege heute deutlich besser positionieren können, auch in politischen Kontexten, in der Verantwortungsübernahme, am Patient*innenbett. ich glaub, das ist so die wichtigste Message, die in den Studiengängen vermitteln werden oder noch stärker, vermittelt werden muss.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und mögen Sie uns mal mitnehmen: Wo sind Sie aktuell tätig beruflich?

Manfred Kunkel
Beruflich bin ich aktuell als, Notfallsanitäter und Pflegefachperson bei 'nem großen Stuttgarter Autobauer und hab da nebenberuflich einige Projekte nach dem Studium aufnehmen können. Hab an einer Leitlinienarbeit teilgenommen, als wissenschaftlicher, ja, Mitarbeitender, in der S2K-Leitlinie, also wo's auch grade um Konsens ging, und Konsensfindung. Hab an 'ner Studie teilgenommen, zur Entwicklung von 'nem Ethik-Kodex im Rettungsdienst für Rettungsfachpersonal. Genau, und hab, ja, aktuell noch 'nen Artikel im Review, den ich noch geschrieben hab mit zwei Co-Autoren zusammen. Also, war sehr spannendes Jahr.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Klingt nach 'ner Menge Arbeit.

Manfred Kunkel
Ja, das war's. Aber auch sehr bereichernd, weil ich, viele spannende Leute, dann kennengelernt hab, alleine durch die Thematik meiner Bachelorarbeit, wo ich quasi jetzt auch viel unterwegs war und die Ergebnisse schon an einigen Stellen positionieren konnte. Ich, hab mich mit dem Lebensende auseinandergesetzt, und die Verantwortung von Pflegefachpersonen und dieser Schwerpunkt eben Verantwortungsübernahme und End-of-Life-Versorgung ist ja 'n ganz großes Thema in den Gesundheitswissenschaften, mit zahlreichen Projekten, die ja deutschlandweit laufen an Unis, an Hochschulen und so weiter. Und, ja, hab da in Wolfsburg schon mal teilnehmen dürfen an 'nem Forum Rettungswissenschaften und die Ergebnisse vorstellen dürfen. Hab, dann, über die Leitlinienarbeit noch jemand kennengelernt, der mich, kürzlich eingeladen hat nach Frankfurt auf'm Geriatrie- und Gerontologie-Kongress und da auch noch mal die Ergebnisse vorstellen konnte, wo ich wieder sehr spannende Kontakte knüpfen konnte. Genau. Und, ja, also ja, war ein, war ein wirklich spannendes Jahr. Ja.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Und es ist ja noch nicht zu Ende. Es ist ja, wir haben ja grad mal Oktober, ne. Da kann ja auch noch 'ne Menge kommen.

Manfred Kunkel
Ja, kann noch 'n bisschen kommen. tatsächlich bin ich schon in der Planung fürs nächste Jahr, das hoffentlich genauso spannend und erfolgreich wird wie die letzten anderthalb, genau. Hab da auch wieder vor im Bereich End-of-Life-Care zu hospitieren, im Ausland, einige Stationen geplant, da zu gucken, wie ist dort die Versorgung. Und dann hoff ich, dass ich dann irgendwann meinen Masterabschluss mit dieser Thematik schon machen kann. Aber ich hab...

Prof. Dr. Birgit Schröder
Aber das, das klingt, das klingt sehr gut. Wenn Sie sich so 'n perfekten Arbeitstag wünschen dürften, wie würd'n der aussehen?

Manfred Kunkel
Ach, der perfekte Arbeitstag sieht, glaub ich, so aus, wenn man abends, zufrieden nach Hause gehen kann, und einfach sagen kann, dass man seinen Beruf einfach gut ausführen konnte, dass man doch sinnstiftende Beschäftigung hat, und, ja, so der eine oder andere Glücksmoment dann vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass einem 'n Lächeln ins Gesicht gezaubert wird. Ich glaub, das ist, dann ist so 'n Arbeitstag perfekt gelaufen. Ja, und das kann ja ganz vielfältig sein. Im Rettungsdienst 'n guter Einsatz, der vielleicht gut gelaufen ist oder einfach toll war. Oder in der Pflege, 'ne Momente, die halt immer wieder dazu führen, dass man auch weiß, warum man das macht, ja. Dann, glaub ich, ja, das ist, dann ist das eigentlich 'n perfekter Arbeitstag.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, ist 'ne schöne Definition, ne. Ganz oft kommt ja dann so irgendwie, weiß ich nicht, 'n Tag mit nicht so viel Unvorhergesehenem oder ohne viele Termine oder so was, aber, das ist eigentlich 'ne sehr, sehr spannende Perspektive auf so 'n, auf so 'n Arbeitstag. Wenn Sie sich noch mal so in das Studierendenleben hineinversetzen und dann kennen Sie ja vielleicht auch diese Momente, wo jemand mit allem hadert, wo so'n Studium vielleicht einfach auch mal so'n bisschen holprig ist, bisschen schwierig ist und wo man vielleicht sich auch fragt: Warum tu ich mir das eigentlich an? Warum mach ich das jetzt grade? Ich könnt ja auch ganz gemütlich heute Abend irgendwie Netflix gucken. Stattdessen beschäftige ich mich mit irgend 'nem Modul, was ich gar nicht so leicht finde. Was hat Ihnen denn in solchen Situationen geholfen?

Manfred Kunkel
Ja, was hilft? Also ich glaub, diese Täler, die durchwandert jeder, weil und das ist ja das Spannende an diesem Studium auch mit diesen unterschiedlichen Prüfungsformen, dem einen liegt die Klausuren mehr, wo sie einfach sich gut drauf vorbereiten können, wo man auch gut lernen kann. Das war für mich unglaublich schwierig, sich immer wieder hinzusetzen, das auswendig lernen, und dann das die Verständnisse natürlich dann auch noch irgendwie umsetzen können. Das hat mich dann immer wieder motiviert irgendwo, wenn man dann zwischendurch eben und das Schöne an diesen Modulaufteilungen sich gleichzeitig 'n Modul gesucht hat, was einem leichter gefallen ist, positive Energie zu gewinnen. Wenn man-- Für mich waren's die Hausarbeiten, wo's dann immer wieder einfach war, weil das Schreiben mir einfach ganz gut von der Hand ging, dadurch, dass ich vorher schon immer wieder auch Artikel veröffentlicht hab, wo man ja dann auch mit diesen Autorenrichtlinien immer wieder zu kämpfen hat. Und dann war immer wieder, so dieser Mix, mit 'nem Modul, was einem vielleicht nicht so einfach gefallen ist in der Kombi mit 'nem Modul, wo man sich dann positiv einfach motivieren kann, wo man dann immer wieder auch positive Erfolge rausziehen kann, wenn man wieder 'nen Absatz geschafft hat, wenn man wieder 'nen Teil einreichen konnte vielleicht oder 'ne Arbeit abschließen konnte. Das war so für mich so das Motivierende in dem Studium, auch bei der Stange zu bleiben. Ich hab, und bei mir waren ja auch, ich hab ja sehr lange studiert, hab immer wieder auch, sag ich mal, beruflich, und auch natürlich dann kam die Corona-Krise, beruflich, private, auch Hindernisse gehabt, die dann immer nicht so einfach waren. Wie gesagt, die Corona-Krise war für mich zum Beispiel 'n absoluter Gewinn, weil ich dann durch die Umstellung mit den Modulabschlüssen und Schreiben wieder positiv erfolgreich sein konnte und das Studium dann doch erfolgreich abschließen konnte. Aber dann und das ist ja das, was dann auch viele immer wieder auch, sag ich mal, betreffen wird. Da kommt die Familienplanung dazwischen, dann kommen die Kinder, ja, kleine Kinder, die einem auch zusätzlich ja immer noch Kraft kosten, auf der Arbeit immer wieder, die viel Kraft kosten. Und dann braucht man eben diese positiven Aspekte, dass man dranbleiben kann und dann schafft man das.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Das heißt, man muss sich das vielleicht ein bisschen aufteilen und dann auch so kleine Erfolge auch feiern, ne?

Manfred Kunkel
Man muss die Erfolge feiern, man muss sich vielleicht auch dann nicht unter Druck setzen, zu sagen: Ich muss das jetzt in der Regelstudienzeit abschließen, das Studium. Ich muss, auch nicht alles mit Sehr gut bestehen. Und, ich glaub, das Wichtigste ist die Erkenntnis, das Studium auch zu nutzen selber zu wachsen und dann schafft man das.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, sehr schön. Und wenn Sie jetzt so jemandem was mitgeben sollten, der jetzt grad in der Situation ist, dann wär's tatsächlich auch das Ganze so als Herausforderung für sich ganz persönlich zu begreifen wahrscheinlich, ne?

Manfred Kunkel
Ja, natürlich einmal als Herausforderung mit den ganzen Widrigkeiten, die im privaten wie im beruflichen Umfeld warten, die vielleicht auch Projekte, die man schon vorher hat oder Ehrenamtstätigkeiten. Das alles, kostet ja unglaublich viel Zeit und dann braucht man natürlich was, was einen bei der Stange hält und da hilft dann manchmal durchatmen, wie gesagt, die kleinen Erfolge feiern und dann ist man auch, wird man auch erfolgreich sein. Wenn man das als Chance nutzt, auch zu wachsen, als persönliche Weiterentwicklung sieht und nicht nur als 'nen Zertifikat, ich glaub, dann, wird man da als, ich sag mal, als Gewinner aus dem Studium rausgehen.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, das ist doch 'n schöner Blick auf so'n Studium, ne, wo man manchmal auch das Gefühl hat, dass Leute sich wahnsinnig unter Druck setzen, sowohl was den zeitlichen Aspekt betrifft, als auch so was so Noten betrifft und man vielleicht geneigt ist, sich auch sehr zu vergleichen miteinander, untereinander und dann möglicherweise sich selber sehr viel mehr Druck und Stress macht, als es eigentlich sinnvoll wäre.

Manfred Kunkel
Ja, natürlich. Noten ist ja das einzige Bewertungssystem, was wir so kennen über alle Ausbildungen, ob's die schulische Ausbildung ist, die Berufsausbildung, natürlich das Studium auch. Aber, es ist eben halt ja auch ganz oft diese persönliche Weiterentwicklung, die man einfach nicht messen kann. Dieses Wachsen, dieses Auseinandersetzen eben mit diesen ganzen Inhalten, die Chancen, die sich daraus ergeben. Und, das sind so Sachen, die man ja nicht wirklich messen kann und wo das Studium sehr oft einfach zu beiträgt, wo man einfach sich in seiner Persönlichkeit verändern wird, positiv verändern wird. Und dann, glaub ich, ist das für die meisten auch, wie gesagt, wird das einfach 'n toller, erfolgreicher Weg sein.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Würd Sie gerne abschließend noch fragen, ob Sie so was wie ein Lebensmotto haben.

Manfred Kunkel
Tatsächlich hab ich kein persönliches Lebensmotto, aber was ich sagen kann, ich schau nach vorne, ich versuch, die Erfahrung der Vergangenheit positiv aufzunehmen und damit positiv in die Zukunft zu schauen, weil zurückblicken und zu hadern mit sich und seinen Entscheidungen ist meistens nichts hilfsführend, sondern der Blick nach vorne und die Chancen, die einfach die Zukunft bringt. Das würd ich als Motto so sehen, genau.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Das ist, das ist sehr schön und eigentlich 'n sehr, sehr schöner Abschluss auch für dieses Gespräch, weil ich glaube, vielleicht ist es das, was manchmal ein bisschen zu kurz kommt, ne, dass man einfach auch mal Sachen ein Stück weit abhakt und hinter sich lässt und sich nicht mehr damit beschäftigt, sondern wirklich den Blick nach vorne richtet, ne. Das fällt uns, glaub ich, als Menschen manchmal ein bisschen schwer.

Manfred Kunkel
Ja, natürlich, das fällt sehr schwer, aber es kostet viel zu viel Energie, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und führt eben einfach dazu, dass man nicht genug Blick und Energie auf die Zukunft werfen kann, auf die Veränderungen, die da auf uns warten. die sind ja durchaus viel, viel spannender als das, was zurückliegt. Das sind dann die Geschichten, die man den Enkeln irgendwann erzählen kann, glaub ich.

Prof. Dr. Birgit Schröder
Ja, wunderbar. Dann sage ich ganz, ganz herzlichen Dank, für dieses Gespräch, dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns so ein bisschen Einblick zu geben in die Erfahrungen, die Sie gemacht haben in Ihrem Studium. Da freuen wir uns immer sehr, wenn wir Ansprechpartner haben, die so ein bisschen das teilen, was sie erlebt haben. Insofern herzlichen Dank dafür.

Manfred Kunkel
Sehr gerne.

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