von Isabella Weder
11.08.2021 | Fernstudium-Tipps

Gute Noten sind wahrscheinlich das Ziel jedes Studierenden – doch was macht man, wenn die Erwartungen an die eigene Leistung zu groß werden? Wer ein Studium beginnt, setzt sich zu Beginn oft große Ziele.

Denn wenn man schon so viel Zeit und Mühe in das Erwerben neuen Wissens investiert, erwartet man natürlich auch eine entsprechende Belohnung in Form von guten Noten.

An diesem Ziel ist zunächst nichts Falsches – schließlich ist es wichtig, das Studium ernst zu nehmen und mit Ehrgeiz bei der Sache zu sein. Allerdings gibt es immer mehr Studierende, die die Erwartungen an sich selbst so hochschrauben, dass sie permanent unter Leistungsdruck leiden und selbst mit Noten im Zweierbereich unzufrieden sind.

Doch woher kommt dieser Leistungsdruck und wie viel Ehrgeiz ist eigentlich normal?

Klausuren, Praktika, Hausarbeiten, strenge Zulassungsvoraussetzungen – Die Anforderungen an Studierende wachsen.

Bevor wir euch Tipps für den Umgang mit Leistungsdruck geben, möchten wir zunächst auf die Ursache des Problems eingehen. Denn auch wenn Lernstress etwas sehr Subjektives ist, haben die Hochschulen eine nicht zu unterschätzende Verantwortung für das Befinden ihrer Studierenden.

Insbesondere an Präsenzhochschulen lässt sich das Studium oft nicht so flexibel gestalten, wie an Fernhochschulen. Die festen Termine für Lehrveranstaltungen, Prüfungen und Abgabefristen von Hausarbeiten führen nicht selten dazu, dass die Studierenden in einem Hamsterrad an To-dos landen.

Dazu kommen die begrenzte Zahl an Prüfungsversuchen und die Befürchtung, ohne eine Top-Note im Bachelor den gewünschten Masterstudiengang nicht absolvieren zu können.

Das Fernstudium als Möglichkeit den Leistungsdruck zu entschleunigen

Das Studium an einer Fernhochschule hat hier den Vorteil, die Studienverpflichtungen individuell an das eigene Leben anpassen zu können. Die Lehrveranstaltungen sind in der Regel freiwillig und können auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, da sie online jederzeit abrufbar sind.

Darüber hinaus ist die Betreuung im Fernstudium durch kleinere Studiengruppen oftmals persönlicher und bietet die Chance, in besonders stressigen Phasen eine individuelle Lösung zu finden.

Auch bei den Prüfungen wird der psychische Druck für Studierende reduziert: Die HFH hat in Einklang mit dem Hamburgischen Hochschulgesetz die Begrenzung auf drei Prüfungsversuche aufgehoben, sodass keine Zwangsexmatrikulation droht.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es an einer Fernhochschule ausreichend Studienplätze und damit keine Zulassungsbeschränkung in Form eines NCs gibt.

Für den Einstieg in den Bachelor ist deshalb kein Einser-Abitur notwendig und für einen Masterplatz brauchen Bachelorabsolvent:innen an der HFH weder Prädikatsexamen, noch aufwändige Motivationsschreiben oder Eignungstests, um ihren Wunschmasterstudiengang absolvieren zu können.

Wenn der Leistungsdruck von innen kommt – Ab wann werden die Erwartungen an uns selbst zu hoch?

Manchmal liegt der Leistungsdruck allerdings auch nicht an den Studienbedingungen, sondern wird durch uns selbst verursacht. Denn viele Studierende haben sehr hohe Ansprüche an sich selbst und sind sogar bei Noten im oberen Zweier- oder unterem Einserbereich schon enttäuscht von sich.

Wenn du dir unsicher bist, ob du unter zu hohem Leistungsdruck leidest, kannst du dir einmal folgende Fragen stellen:

  • Schläfst du oft unter sechs Stunden, wachst nachts mehrmals auf oder hast abends stetig das Problem, lange nicht einschlafen zu können?
  • Nimmst du dir noch Zeit für deine Freunde, Partner:in und Hobbies, oder hast du in den letzten Monaten deine Freizeitaktivitäten auf ein Minimum runtergeschraubt?
  • Bist du in Gedanken ständig bei deinem Studium und vergisst dadurch persönliche Pflichten oder Verabredungen?
  • Liegt dein Arbeits- und Lernpensum dauerhaft bei mehr als 40 Stunden pro Woche?
  • Vergisst du öfter ausreichend zu essen oder leidest du unter Appetitlosigkeit?
  • Bist du selbst bei sehr guten Prüfungsergebnissen noch enttäuscht von dir und hast den Anspruch, immer die bestmögliche Note zu erzielen?

Wie lässt sich der Leistungsdruck reduzieren?

Falls du mehrere der obenstehenden Fragen mit „Ja“ beantwortet hast, ist es gut möglich, dass deine Erwartungen an deine Studienleistung ein normales Maß an Ehrgeiz übersteigen.

Jetzt gilt es dringend zu handeln! Denn ein starker Leistungsdruck erhöht das Stresslevel in deinem Körper und kann damit deine Gesundheit gefährden. Nähere Informationen dazu findest du auch in diesem Artikel.

Damit du in Zukunft etwas entspannter mit dem Studium umgehen kannst, haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt:

Tipp 1: Ändere deine Denkweise

Damit du dir in Zukunft weniger Druck im Studium machst, musst du zunächst deine Denkweise ändern. Mache dir bewusst, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn du eine Hausarbeit oder Klausur nicht mit einer sehr guten Note abschließt.

Solange du weißt, dass du dein Bestes gegeben hast, kannst du stolz auf dich sein – unabhängig von deiner erreichten Note!
 

Tipp 2: Tausch dich mit anderen aus

Spreche mit Freunden oder Bekannten, die bereits ein Studium absolviert haben. Sie werden dir bestätigen, dass sie trotz nicht perfekter Noten einen Job gefunden haben. Arbeitgeber lassen sich nämlich nicht nur von perfekten Studienleistungen, sondern auch von spannenden Abschlussarbeitsthemen, Berufserfahrungen oder interessanten Hobbies beeindrucken!


Tipp 3: Schreib dir Pausen auf die To-do-Liste

Plane in deinem Lernplan unbedingt auch Pausen und Freizeitaktivitäten ein. Beispielsweise könntest du dir vornehmen, jeden Tag eine einstündige Mittagspause zu machen, in der du spazieren gehst oder dich mit Freunden verabredest. Auch abends empfiehlt es sich, eine feste Feierabendzeit festzulegen und diese auch einzuhalten.

Wenn du mit jemandem zusammenwohnst, kannst du diese Person auch beauftragen, dir deine Lernsachen ab einer bestimmten Uhrzeit wegzunehmen und dir erst am nächsten Morgen wiederzugeben. So bist du „gezwungen", ein Ende zu finden.
 

Tipp 4: Hol dir Hilfe!

Wenn du merkst, dass sich in deinem Kopf alles nur noch um deine Studienleistung dreht und du überhaupt nicht mehr abschalten kannst, kannst du dich als HFH-Studierende:r auch an dein jeweiliges Studienzentrum wenden und dir dort Ratschläge von unseren Mitarbeitenden holen.

Eine weitere Möglichkeit sind die Nightlines. Hierbei handelt es sich um Sorgentelefone von Studierenden für Studierende. Studierende, die unter einem extrem hohen Leistungsdruck leiden, können sich natürlich auch an ihre/n Hausärzt:in wenden und diese/n um eine Überweisung für eine Psychotherapie bitten.


Wir hoffen, dass dir unsere Tipps ein wenig helfen konnten, dir in Zukunft etwas weniger Druck zu machen und entspannter mit deinem Studium umzugehen.

Kostenlos informieren
FB Instagram Twitter Xing YouTube