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„Meine Botschaft: Nicht aufgeben!“

Erfahrungsbericht Soziale Arbeit

Angelika Kellner lässt sich nicht aufhalten – trotz herausfordernder Bedingungen und persönlicher Schicksalsschläge kann sie seit Juni 2026 ihr drittes Abschlusszeugnis der HFH in Händen halten

Angelika Kellner steht vor einem Baum und lächelt. Foto: privat

Mit ihrer Schwangerschaft 2020 entschied Angelika Kellner, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Aus dem Hotel- und Gastrogewerbe wechselte sie in den sozialen Bereich und begann ihr Bachelorstudium Soziale Arbeit an der HFH. Eine Entscheidung, die sie nie bereut.

„Mein Leben hat sich durch das Studium um 180 Grad zum Positiven gewendet“, wie sie uns 2023 in unserem Alumni-Podcast berichtete. So fand sie nicht nur ihre Berufung, sondern konnte auch gleich in leitender Position in diesen neuen Beruf einsteigen. Seitdem hat sie nicht nur einen, sondern gleich noch zwei Masterabschlüsse an der HFH gemacht.

Ein Weg, der als alleinerziehende Mutter, in leitender Position und mit gesundheitlichen Rückschlägen nicht immer leicht war. Warum sie trotzdem an ihrem Weg festgehalten und wie sie das geschafft hat, berichtet sie in unserem Interview.

Hallo Angelika, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns wieder einen Einblick in deine Jahre an der HFH zu geben!

Danke, dass ich wieder hier sein und meine Erfahrungen teilen darf. Ich befinde mich in einer sehr speziellen und fordernden Lebenssituation, wie ich später noch erläutern werde, und es ist mir ein Anliegen, nach außen zu tragen, was man erreichen kann, wenn die entsprechende Unterstützung vorhanden ist.

Du warst schon einmal bei uns im Alumni-Podcast und hast damals über deinen Bachelor Soziale Arbeit berichtet. Inzwischen hast du noch ganze zwei weitere Abschlüsse an der HFH gemacht! Ein bemerkenswerter Ehrgeiz. Wie kommt es, dass du dich nach deinem Bachelor für das Weiterstudieren entschieden hast?

Ich habe mit dem Bachelorstudium an der HFH sehr gute Erfahrungen gemacht. Dieses Studium hat mir ermöglicht, nach meiner Kinderbetreuungszeit nahtlos – sogar in einer Führungsposition – beruflich Fuß zu fassen. Durch meine beruflichen Aufgaben und das Gefühl, dass mir noch gewisses Handwerkszeug fehlt, um meine Arbeit bestmöglich zu erfüllen, wollte ich meinen Horizont erweitern. Der neue Masterstudiengang Soziale Arbeit kam mir da sehr gelegen, ebenso das breite Studienangebot der HFH.

Du bist alleinerziehend, hattest nach deinem Bachelor eine Führungsposition inne. Als außenstehende Person könnte man denken, du hast „genug“ erreicht und hast zudem nur begrenzte Ressourcen – wie kommt es, dass du dich trotzdem entschieden hast, weiter zu studieren und gleich zwei Masterabschlüsse zu machen?

Ich erhielt beruflich immer mehr Aufgaben im Zuge von Projekten und nur die Koordination des operativen Tagesgeschäftes war nicht ausreichend. Ich musste lernen längerfristig, strategisch zu denken, wollte jedoch nicht nur nachmachen was meine Vorgänger gemacht haben. Also entschied ich mich für die Kombination aus Master Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Personal- und Projektmanagement und Master Management im Gesundheitswesen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Natürlich wieder an der HFH, denn hier konnte ich die Kombination absolvieren ohne beruflich zwingend kürzer zu treten.

Wie hast du die Mehrfachbelastung aus Studium, Beruf und Alltag als Alleinerziehende gemeistert? Und wie konnte die HFH dich dabei unterstützen?

Ich kannte den groben Ablauf an der HFH bereits und konnte meine anderen Verpflichtungen entsprechend planen. Da die Studienveranstaltungen meist abends oder an Samstagen stattfanden, habe ich gezielt diese Zeiten freigehalten. Beruflich war dies kein großes Problem, da ich meinen Dienstplan weitgehend selbst gestalten konnte. Bei Terminüberschneidungen habe ich Kontakt mit dem jeweiligen Studienzentrum aufgenommen oder mich über den WebCampus informiert. Versäumte Vorlesungen konnte ich über das neue HFH-Moodle nachholen, wo alle Module als Einzelkurse angelegt sind und zahlreiche Angebote wie Übungsaufgaben, Forendiskussionen oder Aufzeichnungen zur Verfügung stehen.

Im Privatleben hatte ich viel Unterstützung durch meine Eltern, die während der Veranstaltungen die Kinderbetreuung übernommen haben. Bei Abendveranstaltungen hat mein Kind im Nebenzimmer geschlafen, bei Samstagsveranstaltungen gab es einen Großelterntag. Auch die Lehrbeauftragten waren sehr verständnisvoll, wenn es um familiäre Belange ging. Insgesamt war es entscheidend, meinen beruflichen und privaten Kalender flexibel anzupassen.

Was waren für dich die größten Herausforderungen im Fernstudium?

Die größte Herausforderung war die Selbstdisziplin. Die Flexibilität des Studienformats ist Fluch und Segen zugleich: Man muss sich selbst organisieren, für Lehrveranstaltungen und Prüfungen anmelden und eigenständig bis zum gewählten Termin vorbereiten. Die Versuchung, das Lernen aufzuschieben, ist groß.

Mein Tipp: Das Semester genau planen – nicht nur Lehrveranstaltungen und Prüfungen, sondern auch Lern- und Erholungsphasen mit Pufferzeiten. Ziele setzen – am besten nach der SMART-Regel – und diese konsequent verfolgen.

Und gibt es auch etwas, das dir besonders gefallen hat im Fernstudium?

Die weltoffene und dennoch familiäre Atmosphäre. Ein Fernstudium ist ortsunabhängig und bis zu einem gewissen Grad auch zeitunabhängig. Trotzdem ist man nicht allein: Über den WebCampus und Moodle bleibt man mit Lehrenden und Kommiliton*innen in Kontakt. Besonders schön war es, bekannte Gesichter aus dem Bachelorstudium im Master wiederzutreffen und echte Freundschaften zu schließen.

Gab es auch Phasen, in denen du am liebsten alles hingeschmissen hättest? Wenn ja, was hat dir in solchen Phasen geholfen? Was würdest du einer Person raten, die in genauso einer Phase steckt?

Eine Collage mehrerer Bilder von Angelika Kellner.

Ja, definitiv – und das nicht nur einmal. Der erste Tiefpunkt kam gleich zu Beginn des Masterstudiums, als viele neue Module freigeschaltet wurden und ich mich wieder ganz am Anfang befand. Hinzu kam ein beruflicher Wechsel. In dieser Phase habe ich mich auf die beruflich relevanten Inhalte konzentriert und Prüfungen zunächst hintenangestellt. Als sich die berufliche Situation beruhigte, habe ich gezielt die Module abgeschlossen, bei denen ich schon weit war.

Mein Tipp: Auch wenn es schwerfällt, die Lehrveranstaltungen besuchen – sie vermitteln praxisnahe Inhalte und geben Sicherheit für die Prüfungen.

Die schwierigste Phase kam kurz vor Ende des Studiums, als ich während der Masterarbeit die Diagnose Brustkrebs erhielt. Nach dem ersten Schock habe ich Kontakt zu meinen Prüferinnen aufgenommen, die mir viel Unterstützung zugesagt haben. Ich habe beschlossen, weiterzumachen, und meine Arbeiten sogar während der Therapie im Krankenhaus fertiggestellt.

An dieser Stelle nochmals einen großen Dank an alle die zu meinem Studienerfolg beigetragen haben, es ist unbeschreiblich in solch einer Lebenssituation diesen Meilenstein zu erreichen. Meine Botschaft: Nicht aufgeben! Auch in schwierigen Situationen kann man mit Unterstützung und Willenskraft viel erreichen.

Und was würdest du einer Person raten, die überlegt, ob ein Fernstudium das Richtige für sie ist?

Einfach machen! Die HFH bietet die Möglichkeit, das Studienformat zu testen. Wer sich selbst organisieren kann, flexibel lernen möchte und einen vollen Zeitplan hat, ist im Fernstudium richtig. Informiere dich, tausche dich mit Studierenden oder Absolvent*innen aus und probiere es aus!

Du hast damals im Podcast den Hörenden deinen Leitspruch – „Sur ma route“ – mit auf den Weg gegeben. Jeder solle seinen eigenen Weg auf seine eigene Art gehen, seine Ziele verfolgen und nicht aufgeben. Würdest du das heute wieder so sagen? Was ist heute dein abschließendes Wort an „alle da draußen“?

Mein Leitspruch „Sur ma route“ ist mir geblieben. Er hat mich durch das Studium getragen und mir auch privat Kraft gegeben. Es ist nie zu spät, Träume zu verwirklichen. Wenn ein Studium dein „Ich möchte“ ist, dann lass dich von niemandem aufhalten – deinen Weg kannst nur du selbst gehen.

Liebe Angelika, vielen lieben Dank für deine Zeit und deine Worte! Alles Gute für dich!

Was ist die SMART-Regel?

Die SMART-Regel hilft dabei, Ziele klar und überprüfbar zu formulieren. Sie besteht aus fünf Kriterien:

  • S – Spezifisch: Das Ziel ist konkret und eindeutig formuliert.
  • M – Messbar: Es gibt klare Kriterien, an denen sich der Erfolg überprüfen lässt.
  • A – Attraktiv/Akzeptiert: Das Ziel ist erstrebenswert und wird von den Beteiligten mitgetragen.
  • R – Realistisch: Das Ziel ist unter den gegebenen Umständen tatsächlich erreichbar.
  • T – Terminiert: Es gibt eine feste Frist oder einen Zeitpunkt, bis wann das Ziel erreicht sein soll.

Beispiel: Ich lese bis zum Ende des Semesters jede Woche 2 Kapitel aus dem Studienbrief XY und bearbeite die dazugehörigen Übungsaufgaben, damit ich die Klausur am Ende des Semesters beim ersten Versuch bestehe.

  • Spezifisch: konkreter Studienbrief, klare Tätigkeit (lesen + Übungsaufgaben)
  • Messbar: zwei Kapitel pro Woche, Klausur bestanden oder nicht
  • Attraktiv: Klausur im ersten Versuch bestehen ist ein motivierendes, sinnvolles Ziel
  • Realistisch: zwei Kapitel pro Woche ist neben Beruf und Familie gut zu schaffen
  • Terminiert: feste Deadline und fixer Klausurtermin (Ende des Semesters)

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